Montag, 29. November 2010

Sexuelle Belästigung - ganz legal

Heute Morgen war ich als Erste im Büro und da ja bekanntlich die Adventszeit angebrochen ist, habe ich mit viel Hingabe unser Büro weihnachtlich geschmückt.
Unter anderem habe ich an alle Bildschirme kleine Schokoengel geklebt, ausser an den von Hendrik.
Hendrik ist stark übergewichtig und grade am Abnehmen. Und da ich ihn nicht unnötig in Versuchung führen wollte, hat er natürlich keinen Schokoengel vor die Nase geklebt bekommen.
Die übrigen Engel hängte ich an die mannshohe Zimmerpalme.

Dann trudelten die Kollegen ein.
Alle bewunderten meine Deko und bedauerten meine Vorschrift, dass die Schokoengel erst am letzten Arbeitstag vor Heiligabend gegessen werden dürfen.

Dann meckerte Hendrik:
"Wieso habe ich keinen Schokoengel?!"
Ich: "Du machst Diät, da ist Schokolade nicht erlaubt."
Er: "EINE Ausnahme darf ich wohl machen! Sag' bloß, jetzt haste keinen Engel mehr übrig?"
Ich *auf die Pflanze deutend*::

"Schüttel' Dir doch einen von der Palme!"

Muharhaaar!!!

Toll, dass frau mal Gelegenheit hat, so 'nen Spruch völlig legal sagen zu dürfen!

Freitag, 26. November 2010

WANTED: Echte Großmutter

"Backt eine von euch Weihnachtskekse für mich mit?"
fragt Nachbarin Petra beim allwöchentlichen Kaffeeklatsch und knallt eine Tüte Aldi-Spekulatius auf den Tisch.
"Lass' das doch die Oma machen", schlage ich vor und erfahre, dass die in Frage kommende Oma (69) sich für 4 Wochen in die warme Türkei abgesetzt hat.
"Natürlich ist sie pünktlich zum Heiligabend wieder da und lässt sich von mir gemütlich durchfüttern", meckert Petra.

"Meine Mutter hat noch NIE zur Weihnachtszeit gebacken", motzt auch Sibylle.
"Ich habe die Kinder, den Uwe, den Job, Diabetes und muss nu backen, während Madame (66) sich die pensionierten Eierstöcke schaukelt! Neulich habe ich ihr einen Stapel Klamotten zum Flicken gegeben. 'Kein Problem!' hat sie gesagt und alles zu ihrer Schneiderin gebracht! Wenigstens hat SIE das bezahlt."

"Mich nervt das schon lange!", mischt sich Suse ein. "Weder meine Ma (70), noch Schwiegerma backen, kochen, stricken oder nähen. Und wenn SchwieMa (72) zum Geburtstag lädt, kommt eine Tiefkühltorte auf den Tisch! Zum Backen keine Zeit, aber nächtelang im Bridge-Club 'rumlungern!"

"Das kann ich toppen," behauptet Justina und erzählt: "Neulich musste ich kurzfristig zum Arzt, wollte aber die Kleine nicht alleine lassen. Ich fragte meine Mutter (71), ob ich sie bei ihr parken könne und ob sie ihr bei der Gelegenheit die im Handarbeitsunterricht gelernten Stäbchenmaschen nochmal zeigen könne. Mutter lehnte ab mit der Begründung sie wäre online mit GrandSeigneur4711 verabredet. Einem netten älteren Herrn, den sie im Chatroom eines Spieleforums kennengelernt hätte und der ihr bei einer sehr verzwickten Stelle in 'Zeldas Twilight-Princess' (Wii) weiterhelfen könne. Und da Zelda erst ab 12 ist, wäre die Anwesenheit der Kleinen (8) eher hinderlich."

Ein empörter Aufschrei geht durch unsere Runde. Skandal!

"Es geht noch weiter!", fährt Justi fort. "Also habe ich SchwieMu (67) angerufen. Die hat mir abgesagt, weil ihre 1. Stunde Bogenschießen stattfinden würde. Wozu muss die alte Schachtel Bogenschießen lernen? Will sie nach Sherwood Forest auswandern oder was?!"

Ich denke an meine eigene Mutter (64), die tatsächlich lieber quer durch Deutschland Jagd auf den neuesten Joop-Bootie machen würde, statt gemütlich in der warmen Küche Kekse zu zaubern.

"Meine Oma hat tonnenweise Weihnachtskekse gebacken," erinnere ich mich und seufze wehmütig.
"Meine Oma hat zu ihrem Geburtstag immer tolle Torten gemacht," erinnert sich Petra und seufzt wehmütig.
"Meine Oma hat uns jahrzehntelang bestrickt mit Mützen, Handschuhen, Kleidern, Pullis, Röcken", erinnert sich Suse und seufzt wehmütig.

In Erinnerungen versunken knabbern wir still an unseren Spekulatiüssen.
"Ehrlich gesagt," bricht Petra das Schweigen, "haben die Torten meiner Oma furchtbar geschmeckt. In der Schwarzwälder war Schnaps und meistens gab's noch eine Mokkakremtorte dazu. Zeig' mir mal ein Kind, das gerne Mokka oder Kirschlikör mag."
"Meine Oma hat irgendwann nur noch Freestyle gebacken, weil sie irrtümlich meinte, nach so langer Backerfahrung bräuchte sie keine Rezepte mehr. Die Weihnachtskekse haben wir meist komplett entsorgt, weil sie steinhart waren und nach nix schmeckten", gebe ich zu. 
Und Suse fällt ein: "Als Teenager haben wir uns für diese kratzigen, grellbunten und viel zu knapp gestrickten Klamotten echt geschämt."

Trotzdem: Wo sind sie geblieben? Die Omas -UNSERE Omas- die für ihre Enkel -UNS- backten, kochten, strickten, nähten?

Was ist passiert innerhalb der Uroma- & der Oma-Generation?
Wie konnte es nur von "Kommt und setzt euch an meinen liebevoll gedeckten Tisch!" zu "Hier haste 'n Gutschein für Mc Donalds!" kommen???

Samstag, 20. November 2010

Umzingelt von Bekloppten - Die Sozialpädagogin Reloaded

"Ihr Sohn nutzt seinen Sleever als Waffe gegen meinen Benjamin!"rügt es in strengem Ton aus dem Telefon.
Es ist die Frau Sozialpädagogin höchst-persönlich.

Was zur Hölle ist ein Sleever? will ich fragen, aber da maßregelt Benjamins Übermutter bereits weiter:
"Bitte sorgen Sie dafür, dass ihr Sohn dieses Gerät aus dem Etui entfernt, bevor noch was passiert. Wir wollen doch das zarte Pflänzchen der neu entstandenen Freundschaft zwischen den beiden nicht mit der Wurzel schon ausreißen."

"Zartes Pflänzchen der Freundschaft"????
Was meint sie bloß?!
Elvis & Benji sind seit den Sommerferien in verschiedenen Klassen und haben nur 1 mal wöchentlich den Religionsunterricht gemeinsam. Und seit damals haben sie sich auch nicht mehr  getroffen.

Ich verspreche ihr, mir den Delinquenten vorzuknöpfen und das Corpus Delicti in Augenschein zu nehmen.

So, aufgepasst!
Folgendes habe ich dabei gelernt:
Laut Faber-Castell ist der SLEEVER ein "ergonomisch geformter Qualitätsradierer für angenehmes, weiches Radieren mit attraktiver Schutzhülle gegen Verschmutzen".

Wenn man allerdings den Radierer ausklappt, wird das harmlos anmutende Ding zur Killermaschine.

Elvis beichtete, dass ihm im Reliunterricht langweilig geworden war und er dann begann, kleine Papierkügelchen zu formen, diese vorne auf den ausgeklappten Radierer zu legen, diesen dann leicht zurückzubiegen und in Richtung Benjamin losschnacken zu lassen.

Ich habe den Selbsttest gemacht. 

Fazit:
Tatsächlich ist der Sleever sehr praktisch und formschön.
Aber mit einer durchschnittlichen Schussweite von 3,72 cm und einer Geschwindigkeit von 0,826485 kmh ist das Ding höchst ungeeignet zum Augenausschießen...

Mittwoch, 10. November 2010

F*cken ist fürchterlich

Bis gestern bin ich durch's Leben gekommen, ohne das f-Wort aussprechen zu müssen.
Auch wenn ich mich häufig einer derben Ausdrucksweise bediene und gerne fluche, bin ich sehr genant was das Wort "f*cken" 
(waaaahh - kann es nicht mal SCHREIBEN!) betrifft.
"Genant" kommt übrigens nicht von "Genie", sondern von "genieren".
Nichts gegen ein mit Inbrunst herausgefluchtes FUCK!
Fuck find ich sogar noch besser als Scheiße.
Und nichts gegen poppen oder vögeln.
Aber fi*ken geht ja gar nicht!!
Ich finde das Wort *icken nicht nur in höchstem Maße anstößig, es klingt auch fies und sieht obendrein in geschriebenem Zustand scheiße aus.

Heute morgen, im Büro, landete ein Anrufer versehentlich bei mir.
Er stellte sich vor als Professor F*ck und wollte den Chef in der Angelegenheit IT-Projekt Uniklinik sprechen.
Ich wählte also Chefs Durchwahl und teilte ihm mit, dass da jemand für ihn in der Leitung sei.

Chef: "Und wer?"
Ich: "Dieser Professor von der Uniklinik. Sie wissen schon..."
Chef: "Nee, welcher Professor?"
Ich: "Na der, mit dem Sie neulich über dieses IT-Projekt gesprochen haben."
Chef: "Ich habe zig IT-Projekte am Laufen! Wie heißt der Mann denn?"
Ich *mich windend*: "Äh... Professor ..ähm.. Fck."
Chef: "Wiiieee?!"
Ich: "Den Namen habe ich nicht richtig verstanden. Fäck, oder so. Soll ich durchstellen?"
Chef: "Nein! Dann fragen Sie ihn nach seinem Namen! Ich spreche doch nicht mit jedem!"
Ich *rückholtastedrückend*: "Herr Professor? Einen Augenblick bitte noch!"
Fuck!
Was sollte ich tun?!
Und wenn ich den Professor vergraulen und die Firma um ein sehr rentables Projekt bringen würde - dieses unsägliche Wort würde NIEMALS aus meinem Munde dringen!
Einfach auf die "Verbinden"-Taste drücken? Nee, traute mich nicht. 
Da nahte Hilfe vom Schreibtisch nebenan in Form von Kollegin Charlotte, die fragte:
"Wen haste denn dran? Den Fick von der Uniklinik?!"
Yep - Lotte war die Rettung!
Ich nickte, reichte ihr meinen Hörer 'rüber und drückte die Durchstelltaste.
Lotte: "Chef? Habe Professor Fick in der Leitung. Soll ich durchstellen? OK."
Geschafft!

Charlotte legte auf und sprach:
"Gern geschehen, Mrs. Monk!"
Pffff.... 
Typisch - weil ich das f-Wort nicht sagen will, und ich sie in der Frühstückspause gebeten hatte, ihre Milch nicht aus dem Glas, sondern aus undurchsichtigen Gefäßen zu trinken, weil ich Milch echt eklig finde und mir den Anblick ersparen will, muss sie gleich beleidigend werden! 

Für alle Monk-Fans:
Monk stirbt natürlich nicht; Trudy hat eine verheimlichte Tochter und Randy heiratet Sharona!
Harharhar!
Nix zu danken! 

PS: Wetten, dass ich mit DEM Titel meinen eigenen Rekord von 459 Klicks/Tag breche?!