Montag, 14. März 2011

Altersweisheit

Von alten Menschen kann man wirklich eine Menge lernen.
Gestern zum Beispiel:
meine Nenntante Wilhelmina, genannt Mimi, wurde 95 Jahre alt.
Zu diesem Ereignis hatte sie in ihrem Appartement im Seniorenstift einen kleinen Empfang vorbereiten lassen.
Familie & Mitbewohner waren eingeladen und sogar der Pfarrer und der Bürgermeister waren gekommen.

Irgendwann standen wir alle toastbereit mit unseren Sektflöten um Tante Mimi herum und der Bürgermeister hob zu einer launigen Rede an.
Faselte davon, wie toll er es fände, dass heutzutage dank medizinischem Fortschritts die Menschen immer älter würden blablabla, dass Mimi doch bestimmt ein paar gute Tipps parat hätte und wie beeindruckt er immer wieder davon sei, dass in den früheren Generationen die Ehen für immer geschlossen worden wären.
Wie lange sie denn verheiratet gewesen sei, wollte er von Mimi (-> Witwe seit 28 Jahren) wissen.

Mimi: "47 Jahre."

BM: "Verraten Sie uns denn ihr Geheimnis für eine so lange, glückliche Ehe?"

Mimi: "Junger Mann, ich war mitnichten glücklich verheiratet. Ebensowenig wie die meisten anderen Frauen meiner Generation. Damals lernten wir Frauen keinen Beruf.
Man heiratete direkt nach der Schule, bekam Kinder und hielt die nächsten Jahrzehnte Haus & Garten am Laufen. Wir Frauen waren komplett abhängig von unseren Männern.
Glauben Sie mir, wenn ich das nötige Geld gehabt hätte, hätte ich meinen Mann bereits nach 20 Jahren Ehe zum Teufel gejagt.
Und ich wäre nicht die Einzige gewesen!"

  • 5 Flaschen Veuve Cliquot: 180 €.
  • 100 Canapés: 250 €.
  • Der dämliche Gesichtsausdruck von Pfarrer & Bürgermeister: unbezahlbar!

Mittwoch, 9. März 2011

1. Gute Tat in 2011


Letzten Montag habe ich mitten auf der Straße eine EC-Karte gefunden.
Weit & breit war niemand zu sehen, also nahm ich sie an mich und gab sie bei der Sparkasse ab.

Am Sonntag darauf entdeckte ich im Stadtkurier eine kleine Anzeige:
"Die Dame, die am 28.02. meine EC-Karte gefunden & bei der Sparkasse abgegeben hat, soll sich dringend melden unter Tel. xyz"

Ich rief also an und der sehr dankbare Herr Kartenverlierer wollte sich unbedingt mit einem Blumenstrauß erkenntlich zeigen.
Ich lehnte dankend ab, mit der Begründung, dass es mir Freude genug sei, zu wissen, dass ich jemandem habe helfen können.
(Außerdem hatte ich seinen Kontostand gecheckt - der Typ sollte besser nicht so verschwenderisch sein!)

Freundin Martina, die olle Spaßbremse, macht dazu allerdings folgende Rechnung auf:

  • 1 Gute Tat -> Karte gefunden & abgegeben
  • 1/2 Punkt Abzug, weil ich vorm Abgeben den Kontostand gecheckt habe
  • 1 Punkt Abzug wegen Beinahe-Shoppings, zu dem es nur deshalb nicht gekommen sei, weil ich nicht gewusst hätte, in welchen Läden man ohne Angabe der Geheimnummer einkaufen kann
  • 1 Pluspunkt wegen Ablehnung des Blumenstraußes
macht unterm Strich:

1/2 Gute Tat.

Naja, immerhin.


Chronologie der Guten Taten: