Sonntag, 17. Juli 2011

Guns 'n' fucking Roses

Ich will ja nicht angeben, aber ich war mal mit Slash liiert.
Dem ehemaligen Gitarristen von Guns'n'Roses.

Naja, also fast.
Zumindest habe ich mal mit ihm telefoniert.
Naja, also fast.
Denn nicht ICH hatte ihn am Telefon, sondern meine Mutter.
Und als sie mich im entscheidenden Moment fragte, ob dieser Mr. Hudson, den sie grade am Rohr hätte, für MICH anrufen würde oder ob er sich bloß verwählt hätte, habe ich ihr nicht
-schwindelig vor Glück- den Hörer aus der Hand gerissen und ihn um ein Date gebeten resp. ihm meinen Körper feilgeboten, sondern nur feige mit den Schultern gezuckt.

Anfang der Neunziger, ich war noch ganz klein, war ich ein glühender Fan von Guns'n'Roses.
Ich war in fast alle Bandmitglieder verliebt, außer in den Drummer; der sah meiner Tante Hildegard so ähnlich.

Ich besaß das Bravo-Fanheft:


die Bücher, die MCs, die CDs.
Konnte natürlich jeden Song mitgrölen.
Ich trug axl-like weiße Socken in DocMartens, karierte Holzfällerhemden über Radlerhosen und schwarze Lederarmbänder.
Ich wählte Dutzend Male die in der Bravo angegebene Nummer in Australien, unter der man eine Tonbandaufzeichnung von Axls Stimme abhören konnte
("Hi! This is Axl Rose from Guns'n'Roses. Thanks to all our fans in the whole fucking world!" oder so ähnlich).
Als die entsprechend hohe Telefonrechnung kam, fragte meine Mutter, ob ich was mit der horrenden Summe zu tun  hätte.
Und als ich gestand: „Ich habe in Australien angerufen.“, verdrehte sie nur die Augen, sagte: „Sehr witzig.“ und wunderte sich weiter.

Memorabilia - habe ich immer noch. Ist das merkwürdig?
Will auf keinen Fall so strange rüberkommen,
wie Frauen, die Puppen sammeln!

Ich blieb nächtelang auf, nur um vielleicht eins ihrer Videos auf MTV zu sehen.

Und dann kamen sie nach Deutschland!
Ich latzte schlankerhand 52 Ocken (damals noch Mark-Ocken) für die Eintrittskarte ins Müngersdorfer Stadion am 30. Mai 1992 (Supporting Acts: Soundgarden & Faith No More!), die ich niemals einlösen konnte, da mich 1 Tag vorher ein fieser Magen-Darm-Infekt lahmlegte.

Als Megafan wusste ich natürlich, dass Slashs bürgerlicher Name Saul Hudson ist.
Und als sie nach Köln kamen, wusste ich, was zu tun war:
Ich suchte mir aus dem Kölner Telefonbuch (für die jüngeren Leser: Internet gab’s noch nicht und Städtebücher lagen damals in Postfilialen aus) alle 5-Sterne-Hotels heraus, rief dort an und fragte nach Mr. Saul Hudson.

Bereits der 3. Anruf war erfolgreich.
Ja, es gebe einen Gast namens Mr. Saul Hudson.
Nein, man könne leider nicht verbinden, weil Mr. Hudson sich derzeit nicht im Hotel aufhielte.
Ja, man könne meine Nummer an ihn weiterleiten zwecks Rückruf.
Und so wartete ich Stunde um Stunde um Stunde und mir war klar: Slash würde niemals eine ihm unbekannte Nummer im Sauerland anrufen.
Und insgeheim war ich ganz froh darüber, denn was redet man mit so einem Star?
Ich: "Hi Slash! I'm a big fan! Love your music and the hat!"
Slash: "Thanks."
Ich: "Unfortunately I became ill and I am not able to visit your gig tonight."
Slash: "Hm, well..."
Ich: "Und sonst so?"
Nee, oder?! Dann lieber gar nix sagen.

Am späten Nachmittag klingelte das Telefon.
Meine Mutter war leider eher am Rohr als ich.
Der Rest ist bekannt.

Dafür schäme ich mich noch heute.
Meine Güte, macht man beknackte Sachen als ..äh.. Kleinkind.

Das T-Shirt passt heute noch! *freu*
Oh..äh.. spiegelverkehrt... Egal.