Sonntag, 19. April 2015

Zu Gast bei Juliane von Knigge

Eigentlich habe ich diese ganzen Verhaltensregeln für den Pilot aufgestellt und eigentlich nur im Geiste.
Aber ich mache sie mal allgemeingültig und öffentlich.
Kann ja nicht schaden, gell?


- Wie man sich im Treppenhaus benimmt, wissen die treuen Leser ja schon.

- Ich will zur Begrüßung nicht gekitzelt werden. Ich bin nicht 4.
Kitzeln ist auch bei Kindern völlig unangebracht, weil es zu körperlichem Kontrollverlust führt und wer pisst sich schon gerne ein?!

- Füße gehören nicht auf den Tisch!

- Rülpsen und furzen zeugt nicht von sich-in-der-Gegenwart-des-anderen-supi-wohlfühlen, sondern einfach nur von beschissenen Manieren.
Und wenn's versehentlich passiert ist, erwarte ich Pardon, Sorry oder Tschuldigung.
Wir erinnern uns:
SatC: Carrie furzt versehentlich in Bigs Gegenwart und schämt sich den Rest der Folge wie blöde - und das zu Recht!

- Nutella gehört nicht in den Kühlschrank!

- Wir rennen nicht auf Socken über die halbe Straße, weil wir mal eben was aus dem Auto holen wollen!
Da werden schlimme Erinnerungen an Voldemort wach, der tatsächlich schon in Unterhose zum Auto huschte, um Kippen zu holen. OK, es war spätabends - aber TROTZDEM!

- Übernachtungsgäste zeichnen nicht via Smartphone mein angebliches(!) Schnarchen auf, um es mir am nächsten Morgen am Frühstückstisch zu präsentieren.
Nicht. Lustig.

- Es wird nicht ständig versucht, Lucky Luke zum Schlafen zu animieren! Er braucht nicht mehr viel Schlaf und sonst ist womöglich sein Nacht-Rhythmus versaut.

- Es wird nicht von meinem Teller geklaut!
Zumindest nicht, bevor ich selbst den ersten Bissen gemacht habe und schon gar nicht, ohne vorher zu fragen!

- Nörgeleien wie "Iiieh, Du hast nur Tomatenketchup. Curry-Ketchup ist das Nonplusultra!" sind zu unterlassen.

Wenn man unbedingt in herumliegenden Unterlagen herumschnüffeln will, dann doch bitte, wenn ich dusche oder in der Waschküche bin, aber doch nicht, wenn ich nur kurz einen Kaffee aus der Küche hole! Jemanden zu erwischen, der dann zurückzuckt, ist für beide Seiten unangenehm.

- Es befindet sich ein Baby in meinem Haushalt und das wird begrüßt!
Auch wenn man keinen Draht zu Kindern hat. Es muss kein halbstündiges gemeinsames Herumgekrabbel sein (obwohl ich da niemals NEIN zu sagen würde), ein kurzes Hey Kleiner! samt kurzem Kopfnicker reicht völlig aus.

- Es wird weder der Inhalt meines Kühlschranks noch der meines Geschirrschranks oder der sonstiger Schränke umsortiert!

- Thema Mitbringsel:
Ich hasse Rosen, Orchideen und Weihnachtssterne! Dieses hässliche Zeugs landet bei mir sofort im Müll.


So, der nächste, der hier klingelt weiß Bescheid, ne?

Mittwoch, 15. April 2015

Qualmende Überraschung

Heute 12:07 Uhr.
Schauplatz: Hausarztpraxis.
Ich sitze in Sprechzimmer 2 und warte.

Doc betritt die Szene, ihr wisst schon: der mit der Faust.
Der, der nur 1 Eimer besitzt.

"So, jetzt wird's privat", raunt er mir zu und reißt sich den Kittel vom Leib.
Über die Gegensprechanlage schickt er die Sprechstundenhilfe in die Mittagspause.
Ich erröte freudig erregt, immerhin habe ich seit mittlerweile 25 Jahren einen crush auf ihn.

Und dann...
...
...
...
... öffnet er die Schreibtischschublade, holt eine Packung Camel hervor und steckt sich eine Zigarette an!

Meine geübte Bloggerhand zuckt direkt Richtung Handtasche mit Smartphone, um die Szene bildlich festzuhalten, denn sowas glaubt einem ja sonst kein Schwein!

Und wie er da so raucht, klärt er mich ausführlich über Bluthochdruck und Betablocker auf.
Als die erste Kippe ausgeraucht ist, steckt er sich direkt die nächste an.

Das Rezept für die Tabletten roch nach Rauch.
Konnte mir lebhaft vorstellen, was die Apothekerin dachte, als ich es ihr 'rüberschob:
"Die Alte sollte mal mit'm Rauchen aufhören, dann klappt's auch mit'm Blutdruck."

Fetzige Randnotiz:
10 Minuten vorher wurde ich von seiner Sprechstundenhilfe gerügt, weil ich das Handy im Wartezimmer an hatte und lautlos(!) damit herumspielte.