Mittwoch, 30. November 2016

Gute Taten - Schuhe verschenkt

In unserem Rathaus steht jedes Jahr während der Adventszeit ein Wunschbaum.
Da hängen arme Kinder ihre Weihnachtswünsche dran und als voll guter Bürger sucht man sich eine oder mehrere Wunschkarten aus und spielt (anonymes) Christkind.

Wie ich also letzte Woche mit weichen Knien so aus dem Jobcenter getorkelt geschlendert kam, wo ich meinen Hartz4-Antrag abgegeben hatte, fiel mir der Wunschbaum ins Auge.
Ich las mir die Wünsche durch, die bei weitem nicht so unverschämt daher kamen wie noch vor ein paar Jahren, wo die Blagen sich iPhones und Playstations gewünscht hatten.

2 Karten "ärgerten" mich besonders:
Da wünschten sich ein Teenager und ein 2-Jähriger Winterschuhe.
Winterschuhe!
Kein Spielzeug, kein MakeUp, kein Schnickschnack, sondern einfach nur WINTERSCHUHE!
Isses zu fassen?!
Könnt ihr euch das vorstellen? Es gibt hier Kinder, die keine verfickten Winterschuhe besitzen?!
Ich kann und will's mir nicht vorstellen, also bin ich losgestratzt und habe Winterschuhe besorgt.
Herrgott.

...und ich komme aus der Jobcenter und sorge mich, dass ich demnächst nicht mehr im stylischen Edeka kaufen gehen kann, sondern zum ollen Aldi muss.
Pf.

Die gespendeten Geschenke werden in der Woche vor Weihnachten verteilt; aber Scheiße ey, es ist JETZT arschkalt!
Ich könnte heulen, echt.






Liebe Leser und innen, ich möchte, dass ihr es mir gleichtut (welch altbackenes Wort! Sorry, das sind die Nachwehen der Professorenmails) und spenden gehen tut oder sonstwie Freude bereitet!
Bitte.
Danke.




Label: Gute Taten

Samstag, 26. November 2016

Börsenbericht - Kandidat 22: Der Professor

Um den Spannungsbogen schon vorab zusammenbrechen zu lassen:
auch Professoren sind nur ganz normale Spacken, die wie alle anderen ihren "Stuhl ablassen", wie creezy wusste.
Ich wusste das nicht und deshalb ging ich aufgeregt wie Eliza Doolittle zum Date mit:

Nr. 22 - Der Professor (51)

Es begann wie immer:
Ich (-> rasch zu beeindrucken durch korrekte Orthographie) lasse mich auf einen Mailaustausch mit einem Typ ein, dessen Optik auf seinem erkennbar 20 Jahre alten Profilbild mich aufgrund von Lakune, stark ausgeprägtem Torus supraorbitalis und eng beieinander stehenden Augen eher abschreckt.
Aber die Erfahrung lehrt: die Jungs sehen live meist besser aus, und es kommt ja sowieso auf den IQ an, wa?
Und IQ scheint er zu haben, meine Googelei ergibt nämlich, dass er, neben seiner mehrfach ausgezeichneten Kanzlei, Professor an der Uni ist, mehreren Gremien angehört und auch außerhalb des Hörsaals Vorträge hält. Woah. Ich bin auf mehreren Ebenen eingeschüchtert und beeindruckt.

Man mailt lahmarschig alle paar Tage vor sich hin.
Er schreibt so dermaßen verschwurbelt hochgestochen, dass ich die Tage dazwischen auch wirklich brauche, um 1. seine literarischen Ergüsse zu entschlüsseln und 2. meinerseits ähnlich hochintelligent anmutend zu antworten. Dass ich kein Abitur habe, rächt sich jetzt. Nie zuvor habe ich so viele lateinische Zitate ergoogelt und angewandt, wie in den letzten Wochen!

Im Laufe des zäääähen Mailaustausches kommt heraus: der Prof besitzt kein Smartphone, ergo kein WhatsApp. Dem Internet steht er kritisch gegenüber, ergo kein Facebook. Mails bearbeitet er mittags am Uni-Computer. Außerdem sei er jemand, der sich viel Nachdenkzeit nimmt.

(Panic fact:
Da ich ihm via Smartphone schreibe, vertatsche ich mich bei der Auswahl des Mailaccounts. "Misanthropin Juliane" steht im Absender! Scheiße. Ich bete, dass er kein Googler sein möge. 2 Tage später im Börsenbericht Nr. 21: ein anonymer Kommentar, der ein Detail enthält, das nicht in den Zusammenhang passt und am Tag vorher zwischen uns Thema war. *kreisch*
Ich hyperventiliere stundenlang vor mich hin. Nun weiß er, dass ich demnächst hartzen gehe und ein Kleinstkind besitze. Fuck! Infos, die ich gerne erstmal für mich behalten hätte. In seinen folgenden Mails allerdings kein Wort über den Blog. Dann erneuter anonymer Kommentar von einer Frau; sie hat wohl den Kommentar, den ich irrtümlich dem Prof. zugeordnet hatte, geschrieben. Puh.)

Dann endlich, nach 3 Wochen lahmarschigem hin & her: das Date.
Ich bin so aufgeregt, dass ich gleich einem Akademiker gegenüberstehen werde, dass ich vor lauter Panik mit 'ner mittelschweren Migräne am Treffpunkt auftauche.
Aber ich sehe bezaubernd aus: neues Kleid, neue Stiefel, neue Kette, neuer Nagellack. Die Frise sitzt.

Er sieht aus wie ein alternativ angehauchter Lehrer aus den 80ern. Spontan denke ich: Volvo, wetten?
Kabanjacke, grauer Wollpulli, Jeans, so Schuhe halt. Graublondmelierte Haare ohne Frisur.
Büschn dürr, aber grundsätzlich angenehm.
Mit dabei: ein sogenannter "Knochen" = Handy aus den 90ern. Ohne Kamera!

Er spricht tatsächlich so, wie er schreibt.
Er redet leise und sehr sehr viel. Meine Schuld, ich löchere ihn pausenlos, will hn am reden halten, da ich mich ein bisschen für meine eigenen herausgestotterten Halbsätze (Ehrfurcht lähmt!) geniere.
Aber ich freue mich, er wirkt wie ein ganz normaler Typ und nicht wie ein Audimax-Halbgott.

Wir essen. Wir reden (auch hier kein Anzeichen davon, dass er mein Blog ergoogelt hat). Wir schlendern über'n Weihnachtsmarkt. Wir trinken. Wir gehen.


Leuchtcocktails trinken - wie so Teenager...

Auf dem Weg zum Parkhaus merke ich, dass die Parkkarte sich nicht mehr in meiner Tasche befindet. Panisches Gewühle und die Hoffnung, dass sie im Auto liegt.
Sein Volvo(!) parkt woanders, er verspricht aber, vor dem Parkhaus zu warten, bis ich herauskomme.
Die Karte liegt im Auto. Ich fahre raus und er....
...is nirgends zu sehen. Na, danke auch!

Später tauschen wir noch eine Gut-angekommen-gute-Nacht!-SMS aus.
Mein Fazit: der Typ ist sympathisch genug, um in den Recall zu kommen.
UND: bei NeueLiebe.org wird's angezeigt: er war seit unserer letzten PN, bevor wir dann zum mailen übergingen, nicht mehr eingeloggt. Also 2 Wochen. (So einen gibt's??)

Und dann warte ich...
Auf eine Reaktion seinerseits (JA, ich brauche das genau SO!).
Am nächsten Nachmittag mailt er. Unverbindliches Zeugs, nochmal kurz eingegangen auf unsere Leuchtcocktails, auf Elvis' Reise, Schönen Tag!.
Ich maile abends, ebenso belanglos, zurück.
Und warte und warte und warte...
Was war's? Sah ich nicht bezaubernd genug aus? Waren's die herausgestotterten Halbsätze? Mein "Getrennt bitte!", als es in Lokal und Bar ans Bezahlen ging? Meine Behauptung, dass eine Kanzlei, die keine Sekretärin hat, nach außen unprofessionell wirkt? Die Falten?
Was?!
Knochen defekt? Lange Nachdenkzeit nötig?
Ja sorry, dann aber ohne mich. Ein bisschen mehr Pfeffer im Arsch bzw. im Dialog wäre schon schön, ne.
Nichtmal 'nen anständigen Abgang kriegt er hin, so als Akademiker??
Findet nicht die richtigen Worte, derer er ja so unglaublich viel zu besitzen scheinen tut, um sich standesgemäß abzusetzen?
Herrgott!
Nach zwoeinhalb Tagen Funkstille smse ich, dass ich nun seine Nummer lösche, da ich davon ausgehe, dass von ihm nix mehr kommen tut und er soll es mir bitte gleich tun.
Das wird der ein oder andere für übertrieben halten, aber Funkstille nach einem Date spricht Bände. Interesse sieht anders aus.


Ich weiß, ich sollte das ganze mehr wie ein Spiel betrachten.
Aber das kann ich grade nicht. Meine Frustrationsgrenze ist dank Hartz, trotzendem Kleinkind, ständig eintrudelnden Absagen und Singlebörsenfails weit überschritten.
Keine Aussicht auf Besserung.
Und was ist da naheliegender als wenigstens einen dieser Frustfaktoren zu eliminieren, nämlich die Singlebörse?
Man soll eh aufhören, wenn man erst minutenlang überlegen muss, wie der Typ, der einem da gerade gegenübersitzt überhaupt heißt  wenn's am Schönsten ist...

Samstag, 19. November 2016

Börsenbericht - Kandidat 21: Der Mann mit den vielen Gesichtern

Ich bin hintendran mit der aktuellen Berichterstattung; derzeit schreibe ich mit einem waschechten Uni-Professor (Nr. 22) und dem seine rhetorischen Oeuvres (-> Mails) zu kapieren und dann auch adäquat zu beantworten, kostet mich 'n Arsch voll Zeit!
1 Satz von dem Mann muss ich 4x lesen! Ihr wisst ja, ich habe kein Abitur und das rächt sich jetzt. Nächste Woche erstes Date, wir alle dürfen gespannt sein.

So, nun aber :
Kandidat Nr. 21 - Der Mann mit den vielen Gesichtern (47)

Dieser Mann fiel durch 3 Eigenschaften auf:
1. Er sah auf jedem Foto anders aus und in echt dann nochmal ganz anders
2. Alle Whatsapp-Chats brachen mittdrin nach 3 Nachrichten seinerseits ab und ca. 8 Stunden war Funkstille. Was ist dann los? Tot umgefallen? Am telefonieren? Besuch gekriegt? Funkloch?
3. Er bot viele Facetten: mal war er der unsichere Single, mal der kaltschnäuzige Macho, mal der liebende Papi, der stieselige Dorftrampel, der liebenswürdige Gentleman, der unentspannte Angeber, der weltgewandte Vielreisende, der nette Junge von nebenan, das gefühlvolle Opfer seiner Hormone (3x geschieden - wie doof kann man sein?!).
Klar, Menschen sind vielschichtig, aber er war in jeder Rolle extrem, normales Mittelmaß gab's nicht.

1. Date: Eisdiele
Fast wären wir voreinander getürmt, denn er hielt mich für die alte Schabracke, die vor dem Laden wartete und ich ihn für den ungepflegten Joggingbuxenträger, der vor der Theke stand.
Aber ein panischer Anruf seinerseits bestätigte, dass nicht das Handy der Schabracke klingelte, sondern das der attraktiven Endvierzigerin (-> ich!).
Schlaffer Händedruck seinerseits (welcher Kerl reicht denn nur die Fingerspitzen?? Also außer Louis Quatorze?).
Wir quatschten nett über Kinder, Arbeit, Online-Dating, und er war überaus freundlich zum Personal.
Eigentlich ein netter Zeitgenosse, bisschen verpeilt, aber man hätte ihn mir nackt auf'n Bauch binden können...
(Ist bei dieser Konstellation eigentlich nur der Gebundene nackt oder auch derjenige, auf dessen Bauch gebunden wird?)
Was ich allerdings richtig blöde fand, war seine Lache. Zu gekünstelt, á la Joker.

Nun bin ich ja ein großer Fan des 2. Dates und so trafen wir uns nochmal.

2. Date: Chinese
Erwähnenswert: wir sitzen an einem 2er Tisch, kurz darauf geht die Tür auf und 21 türkische Männer setzen sich an den Riesentisch neben uns.
Keine Ahnung, was die zu feiern hatten, aber es ging leiser zu, als wenn da eine Horde Teutonen gesessen hätte. Ich gebe zu, beim Anblick von so vielen ausländischen Männern durchfuhr mich kurz der Gedanke "Sprengstoffgürtel anyone?!" und "Sauerlandzelle reloaded?!".
So weit isses schon.


Seine "bedenkliche" Handstellung wurde von einigen Instagramern bemängelt.
Zu "gesittet" und zu merkwürdig der kleine Finger.
Mich hat einzig das karierte Hemd gestört.
Männer, karierte Hemden haben außerhalb von Fabrikhallen nix verloren!

Wie auch immer, wir aßen und quatschten.
Mit seiner Ursprungs-Familie ist er teilweise zerstritten, zum Zweitsohn (10) hat er keinen Kontakt. Arbeitsplätze und Wohnorte wechselt er wie Ehefrauen.
Also alles eher nur semi-gute Zustände. 
Und er wechselte seine Facetten im Minutentakt, war freundlich-flirty zu der einen, schroff mit hasserfülltem Blick zu der anderen Kellnerin, dann wieder scherzend mit dem Kellner. Mal himmelte er mich verträumt an, mal ätzte er verächtlich gegen meine Strichliste (->21), mal haute er mir kumpelhaft auf die Schulter. Dazwischen immer wieder Joker-Lache.
Wechselbad. Puh.


Wer Muscheln beim Chinesen bestellt, isst auch Hummer im Steakhaus.


Als ich ihn nach den mittendrin abgebrochenen WhatsApp-Chats fragte, meinte er bloß "Ach, ich bin dann in meiner eigenen Welt."
Ach so. Ja, wer kennt es nicht.

Mein Laien-Fazit:
Der hat irgendein Psychoding am Laufen.
Neurose, Psychose - irgendwas dazwischen wird's sein.

Er wollte mich wiedertreffen, ich ihn nicht.

1 Woche später, WA-Nachricht von ihm.
Wie es mir geht, ob ich meinen Traummann schon gefunden hätte.
Wie immer: nach 3 Nachrichten seinerseits, mitten im Dialog - Schluss. Kein weiteres Lebenszeichen von ihm bis heute.
Vermutlich endgültig abgetaucht in seine eigene kleine Welt.
MIT Karussels...


Label: Börse

Dienstag, 8. November 2016

1 Jahr und 9 Minuten

Unser allerletztes Beieinandersein.
Vor 1 Jahr, nachts.

Der Doktor hatte angerufen und gesagt, dass jetzt wirklich nichts mehr zu machen sei. Sepsis. Der Fluch jeder Intensivstation.

Ich hatte immer gesagt, dass ich mir auf keinen Fall meinen sterbenden Vater ansehen werde. Aber als es soweit war, wollte ich nichts anderes.
Ich war zu aufgeregt, um die 40 Kilometer zur Klinik selbst zu fahren. Wollte mit dem Taxi kommen, aber Elvis bestand auf Kusine Püppi.
Wenn es auf der Welt einen einzigen Mensch gibt, den du nachts anrufen kannst, um zu fragen, ob er dich zu deinem sterbenden Vater fährt, dann isses Püppi.

Du sahst gut aus.
In DEM Zustand und mit den ganzen angeschlossenen Apparaten und dann aussehen wie immer - Respekt!
"Korrekt" aussehen war dir immer wichtig. Hat ja bis zum Schluss geklappt.

Ich hab dir viele Sachen gesagt. Sachen, die ich dir im Leben nie gesagt hätte.
Aber jetzt, im Sterben, ging das.
"Sachen sagen" war ja nicht so unsers.
Der Arzt hat erzählt, du hast gewusst, wie mies es um dich steht und du hast es uns verschwiegen. Hast mit diesem Wissen alleine herumgemacht. Im Nachhinein weiß ich jetzt, wieso du dich in den letzten Monaten so verändert hattest. So zurückgenommen, fast schon philosophisch in deinen reduzierten Worten.

"Arm nehmen" war auch nicht so unsers.
Aber ich hab deine Wange gestreichelt, deine Hand gehalten.
Ich hab dir ein Dutzend Küsschen aufgedrückt und du konntest dich nicht wehren. Harhar!
Ich wünsche mir so sehr, dass du mich noch gehört und gespürt hast.

Und dann diese letzten 9 Minuten.
Irgendwann, nach 2 Stunden, hatte ich entschieden, nun ist es genug mit herzen und flüstern, es war alles gesagt.
Dass du dir keine Sorgen machen musst und gehen kannst, einschlafen kannst. Dass alles gut läuft. Dass die Kinder gesund sind und dass ich mich um die Oma kümmern werde, auch wennn sie mir auf'n Sack geht, kennst ja unser schräges Verhältnis. Und dass ich dich ganz lieb habe.

Dann entschied ich, dass es Zeit für mich ist zu gehen.
Püppi und ihr Mann saßen im Warteraum, die konnte ich doch nicht warten lassen die ganze Nacht. Nach einer durchgemachten Nacht hatte ich Angst, den nächsten Tag nicht zu schaffen, womöglich zusammenzubrechen: der hyperaktive Kleine, der Bestatter, die Oma im Krankenhaus, der Schock.

Und dann bin ich gegangen. Aber mit dem Gefühl, dass es ok ist.
Und ich habe dir zugetraut, diesen letzten Schritt allein zu gehen, so als alte deutsche Eiche, die immer alles alleine gestemmt gekriegt hat, mit eisernem Willen.

Du bist nur 9 Minuten später gestorben.
9 Minuten.
9 Minuten, die ich noch locker hätte warten können.
Diese 9 Minuten lassen mich nicht mehr los. Werden sie wohl nie.


Einige Leute habe ich telefonisch von deinem Tod informiert. Manche haben mir gesagt, ich klinge, als würde ich unter Schock stehen; das habe ich nicht verstanden.
Ich weiß, ich war beim Beerdigungskaffee viel zu aufgekratzt.
Ich hatte das Gefühl für's Gefühl verloren. Ich war einfach nur so unglaublich erleichtert, alles ganz alleine bewältigt zu haben, dich gut unter die Erde gebracht zu haben, wie man so sagt.


1 Jahr ohne dich ist vorüber.
Ich kümmere mich um Omma. Verhalten zwar, aber wir kommen klar. Es wird.
Sie drückt jetzt die Füchse.
Sagt "Kommt, Kinder, ich mache mal ein Selfie von euch!" und wundert sich, warum Elvis und ich dann kichern wie blöde. 
Sie hat sich ein Laptop gekauft und freut sich sehr, dass sie nun kabellos über den "Flickbock" ins Internet kommt.

Elvis hat nach 2 (in Worten: zwei) Tagen sein Studium geschmissen und geht nun nach Australien. Da könnten wir jetzt prima gemeinsam paniken, du und ich.

Der Kleine entwickelt sich super.
Traurig, dass er sich nicht an dich erinnern wird und dass ihr keine Zeit mehr miteinander habt.

Und ich?
Ich habe weder Zeit noch Raum zu trauern. Ich würde gerne diese Trauergruppe besuchen, habe aber Angst, dass ich dann so lange und heftig heulen muss, dass ich die Leute da verschrecke.
Ich hab ordentlich rumgemurkst in diesem Jahr.
Vor allem, was die Männer betrifft.
Ich sehe sie direkt vor mir, deine typische Hand-Stirn-Geste für solche Fälle.
Habe öfters gerufen "Hol' mich zu dir!". Du weißt, ich gehöre eher zum lebensmüden Typus. Tu's nicht, es besteht vielleicht noch Hoffnung.

Lange Rede - kurzer Sinn:
Du fehlst, du alter knorriger, kauziger Typ. Du, mein Papa.




PS: Es tut mir sehr leid, dass ich erst Tage später bemerkt habe, dass der Bestatter BVB-Fan ist. Gut, die schwarz-gelbe Brille und das gelbe Hemd hätten mir Zeichen sein können, aber hey, ich stand unter Schohock! Und ihr Schalker seid ja tolerant, nicht wahr?