Sonntag, 28. Mai 2017

Menschen, die man nicht vermisst

Es gibt Menschen, die verschwinden aus einem Leben und man vermisst sie noch Jahre später.

Und es gibt Charlotte.

1 Jahr ist es nun her, seit unserem letzten Kontakt und ich vermisse sie kein Stück und dabei waren wir uns doch recht nahe.

Ich lernte Charlotte vor 10 Jahren am Arbeitsplatz kennen.
Meine beiden Kolleginnen und ich arbeiteten einträchtig nebeneinander her und dann kam Charlotte.
Eigentlich ganz harmlos und etwas gestrig wirkend mit ihrer fusseligen Doro-Pesch-Gedächtnisfrise, ihren Strickwesten und den Fußbettlatschen, brachte sie Misstrauen, Neid und Paranoia herein und es wurde kompliziert.
Kein Arbeitsauftrag von "oben", den wir plötzlich nicht mehr einfach nur erledigen konnten, weil Charlotte alles bis zum Erbrechen hinterfragte und sich am liebsten durch die 4 Vorgesetzten bis zum obersten Chef durchversichert hätte, dass das, was wir da tun sollen auch Recht und Ordnung hatte.

So nervig sie als Arbeitskollegin war, so coolsockig war sie allerdings privat.
Wir fanden recht fix einen Draht zueinander und erzählten uns unsere intimsten Gedanken und Erlebnisse.
Ich schätzte sie für ihre Bodenständigkeit, ihre klare Meinung, ihre Ehrlichkeit, ihren trockenen Humor.
Der beste Charlotte-Moment:
Weihnachtsfeier 2008. Ich hatte noch nie so einen riesen Spaß während einer Firmenfeier.

Aber auch privat konnte sie recht kontrollzwangig und umständlich sein.
Sah überall Gefahren, Feinde, Übelwollen.

Und sie ließ ihre Mutter nonstop "tanzen".
Schlimmstes Beispiel:
Vormittag im Büro. Charlotte wählt Mutters Nummer:
"Bring sofort geschlossene Schuhe zur Schule! Die Wettervorhersage meldet für gleich Regen und das Kind trägt Sandalen!"

Sie kritisierte auf's Schärfste, aber selbst Kritik annehmen? Nein! Sie ist schließlich Opfer.
Immer!
Vom Vater verlassen, vom Vater ihres Kindes beschissen, jahrelang auf Alg2 angewiesen, alleinerziehend von verheirateten Müttern gemieden.

Als ich mit Lucky schwanger wurde, prophezeite sie mir düstere Zeiten als alleinerziehende Hartz4-Empfängerin, gemieden von der Gesellschaft.
Genau so, wie sie es selbst erlebt hat.
Äh...
Nein...?

Danke der Nachfrage, aber uns geht es gut.
Dass mich Frauen mit Mann meiden, kann ich nicht bestätigen, ebenso wenig werde ich abwertend behandelt, wenn ich meinen Alg2-Bezug erwähne.
Im Gegenteil, ich wurde noch nie so oft zum Essen eingeladen wie in letzter Zeit.
Der Kleine bekommt von Nachbarn oder Erzieherinnen Klamotten und Spielsachen geschenkt, sogar über'n Blog kriege ich Angebote!
(DANKÖ!!!)
Kommt eben immer darauf an, wie man selber so drauf ist und 'rüberkommt, nech?

Charlotte brach an dem Abend den Kontakt zu mir ab, an dem ich während einer WA-Unterhaltung schrub, dass ich mich beim Jugendamt zum Thema Pflegefamilie für Lucky erkundigt hätte, weil ich einfach nicht mehr könne und wolle.
Sie regte sich ziemlich auf.
"...gefälligst selbst um's Kind kümmern..."
"...nicht jammern..."
"...du hast wenigstens den Vater...ich hatte niemanden..."
Hm, eigentlich nicht das, was man von einer Freundin hören will.
Als ich zurückgab, dass sie mitnichten alleine war, sondern zeitlebens mit ihrer Mutter als ständig parat stehende Babysitterin gelebt hätte, war Madame höchst empört.
Und schwupps! war sie aus meinem Leben verschwunden.
Was mir aber erst 3 Wochen später auffiel, als ich im Kalender ihren Geburtstag sah.

Witziger side effect:
Auch sie hat dazu beigetragen, dass ich so dermaßen fix & alle war, dass ich ernsthaft überlegt hatte, Lucky wegzugeben; immerhin hatte sie mir anlässlich Lucky Geburt versichert, den Babysitter zu machen.
Als ich sie dann später einmal darum bat, hieß es allerdings:
"Nee, das geht nicht, dann muss ich ja für mein eigenes Kind einen Babysitter suchen."
Das Kind war da 12 und die Oma wohnt im Haus.

Und dabei macht sie gerne auf gläubig und gutmenschig, aber hm, kann ich jetzt nicht bestätigen; sowas bigottes wie Charlotte ist mir seit der schnippischen Gemeindesekretärin, die anlässlich von Urommas Beerdigung 3 Euro unterschlagen wollte, nicht mehr untergekommen.

Nur, falls ihr euch fragt, warum ich hier nicht mehr über sie schreiben tu.

Sonntag, 21. Mai 2017

Vorstellungsgespräche - Der Softskill-Checker

Ich sitze einem Typ Mann gegenüber, den ich abgrundtief verabscheue:
einem 50-jährigen Peter Pan in Camp-David-Polo (die werden noch hergestellt??), diversen Lederbändchen ums Handgelenk und knallbuntem, achteckigem Brillengestell.
Er nennt sich Dino, abgeleitet von Bernhard = Berhardino = Dino.
(Ja, SO hab ich auch geguckt).
Weil Dino aber leider keine Ahnung vom Mitarbeitercasting hat, hat er sich eine ganze Lexe putziger Psychofragen aus dem Internet ausgedruckt und wendet die nun an.

Da diese Stelle für mich aufgrund ihrer abendlichen Arbeitszeiten nicht in Frage kommt (leider, denn diese Firma hat ein eigenes Café, das während der gesamten Arbeitszeit geöffnet hat und für jeden Mitarbeiter 2 Tassen pro Tag umsonst ausgibt!!!) und das Ganze für mich eh nur eine Trockenübung ist, bleibe ich recht entspannt.

Hier ein Ausschnitt der putzigsten Fragen:

"Welche Hobbys haben Sie?"
- "Ich nutze gerne die Konsolen meiner Söhne und ich blogge seit 7 Jahren."
" Das sind aber ungewöhnliche Hobbys für eine Frau. Was spielen Sie denn gerade? Aha, 'Assassins Creed'. Ja, äh, ich kenn mich da nicht so aus. Und Ihr Blog ist im Internet zu finden? Könnte ICH den also lesen?"
- "Ja."
".....?"
(Nein, du kriegst meine URL nicht.)

"Wie würde ihr Ex-Chef Sie beschreiben?"
(Gute Frage! Mein Ex-Chef, also der, der mir als erster und einziger Mitarbeiterin der Uni ein Firmenhandy in pink genehmigt hat, hat sich des öfteren lobend über mich geäußert.)

"Was sagt Ihr Ehemann über Sie?"
(Mal eben nebenbei den Familienstatus abchecken, wa? Mein Ex-Ehemann täte nun sagen: "Gut, dass ich die Alte los bin!")
- "Mein Ehemann würde sagen: Sie kann zwar nicht gut kochen, haha, aber sie ist sparsam, bla, Organisationstalent, blabla, zuverlässig.. bla..."
Was Chefs eben gern hören wollen.

"Wenn Sie mit dem Zug fahren, gucken Sie aus dem Fenster oder unterhalten Sie sich lieber mit Mitreisenden?"
(Ich und öffentliche Verkehrsmittel?? Spinnt der?!)

"Welches Straßenschild wären Sie?"
(Ein STOPSCHILD! Was sonst?! Klares STOP für solche dämlichen Fragen!)
- "Ende aller Streckenverbote."
"Und wieso?"
- "Weil ich das Muster so hübsch finde."
Har har! Eat this, du Hobbypsychologe!

"Woran denken Sie, wenn Sie alleine im Auto sitzen?"

(An Sex. Meine Stoßdämpfer sind defekt und sauerländer Straßen sehr sehr huckelig.)
- "An nichts spezielles. Ich konzentriere mich auf's Fahren."

Ich finde das Ganze mittlerweile recht albern und überlege, ob ich sowas bringen soll:


Für die Fremdsprachenphobiker: "Was sagt ihr? Ich soll alle umbringen und dann abhauen? - Sorry, die Stimmen! Nee, Scherz! Das haben sie nicht wirklich gesagt."

"Nennen Sie mir 10 Dinge, die Sie mit meinem Kuli machen können."
*seufz*
Na gut:
- "Ihn auseinander nehmen und daraus etwas McGyver-mäßiges basteln, um damit dann die Welt zu retten
- jemanden erstechen
- ihn in den Müll werfen
- ihn, wenn Sie nicht hinschauen, mitgehen lassen, und ihn dann
- bei Ebay verticken oder
- an einen Ihrer unterbezahlten Angestellten verschenken
- ihn verbrennen und die Reste als Kunstwerk an die Wand hängen und -ach ja-
- einen Brief schreiben"

Chef unterbrach mich nach Punkt 8, vermutlich kam das Ganze ein Mü psychopathisch rüber und er bekam Angst.


"Wenn Sie zu bestimmen hätten, ein Bundesland loswerden zu müssen, welches wäre das?"
(Wtf?!)
- "Ich möchte keins missen."
"Müssen Sie aber!"
- "OK, dann das Saarland. Es ist zu klein, um so richtig zum BSP beizutragen.
Ei, unn de Sproooch is grausam."
(Saarländer anwesend? Sorry, er hat mich GEZWUNGEN! Ei, abbä das mit de Sproooch tut stimme, das müsst er zugäbbe! Drie Jooohr hannisch braucht, um dem Uwe sei Fraa ihr Gschwätz zu kapiere, drie Joohr!! Die isch nämlich ausm Saarlui und schwätscht nahezu unverständlich!)

"Haben Sie noch Fragen an MICH?"
Ich deute auf seine leere Kaffeetasse:
"Nennen Sie mir 10 Dinge, die Sie mit dieser Tasse machen können."
(Ja, da guckste blöd, wa?)

Mann, wie affig.
Später habe ich im Netz nachgeschaut, was für ein spezieller Test das sein soll und was musste ich feststellen? Diese Fragen hat er sich querbeet zusammengesucht bei Facebook, Monster.de und Scherzkeks.com.
Wie überaus professionell...

Er sagte mir eine Benachrichtigung für übermorgen zu.
9 Tage später entschloss ich mich, ihn wegen seiner Unzuverlässigkeit zu rügen, samt Einbeziehen der Tränendrüse ("Wir Arbeitslose hoffen und bangen..."), woraufhin er sich entschuldigte mit: "Die Sekretärin hatte Urlaub."
Ei joo, da kannscht nix mache, gell?

Jetzt habe ich schon so viele Gespräche geführt und doch verläuft jedes total annäsch.
Bin schon gespannt, was mich beim nächsten erwartet...


Label: Vorstellungsgespräche

Dienstag, 16. Mai 2017

Vom urbexen und geocachen

Ich lungerte mal wieder vor'm Lost Place meines Begehrens herum.
Diesmal hatte ich Lucky samt Buggy zur Tarnung mitgenommen. Ich wollte als friedlich spazierengehende Muddi wahrgenommen werden und nicht als Hausfriedensbruch planende Kriminelle.
Urbexen ist ja das ideale Hobby für eine abenteuerlustige Fastfuffzigerin mit Tagesfreizeit, eigener Stirnlampe und den Dr.Martens "939". (Nicht. Aber egal.)

Wir zockelten über einen schmalen Waldweg und näherten uns dem Zaun.
Ich versuchte, aufgeschnittene Elemente im Maschendrahtzaun auszumachen.
Wenn ich hier hinten rein könnte, statt vorne an der vielbefahrenen Hauptstraße, wäre schon toll.
Noch toller wäre es, irgendwelche Urbexer abzufangen und mich denen anzuschließen. Gemessen an der Zahl der Videos und Fotos im Netz müssten die sich hier ja die Maschendrahtzauntorklinke in die Hand geben.

Lucky quengelt ("Im Auto geeehn!"), der Zaun ist waldgrün und meine Dioptrienzahl ü12, was die Sache erschwert. Also zurück zum Parkplatz.

Wer im Internet nach "urban exploration" oder "lost places" oder "abandoned" googelt, dem öffnen sich ganze Welten!
Was für uns Alten früher Schloss Neuschwanstein, Eiffelturm oder Phantasialand, sind für die Jungen heute die UrologenvillaSchloss Tützpatz oder das Geisterdorf Immerath.
Riesenthema und bis zu dem Tag im Januar, an dem ich "Victoria Barracks" googelte, hatte ich noch nie was davon gehört.
Seitdem habe ich hunderte Fotos und Videos angeschaut und, zumindest virtuell, tolle "vergessene Orte" besucht.
Faszinierendes Thema; ich wäre sofort mit dabei, wenn...
... das Ganze nicht illegal wäre und mir eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch einbringen würde. Und gefährlich kann es auch sein.

Und wen sollte ich mitnehmen?
Alleine gehe ich auf keinsten.
Zu zweit isses mir auch noch zu unsicher, so ab 3, 4 Leuten wäre optimal und wenn dann noch mindestens 1 schwerbewaffneter Bodybuilder darunter wäre - spitze!
Ich bin nicht so 'ne coole Socke wie Lina, die am liebsten alleine geht.
Kind (in dem Falle Elvis) mitnehmen, wie Jackieta? Nee!
Unser Oppa, schon immer Freund vereinzelter, kleiner Gesetzesüberschreitungen, der wär mitgegangen. Mit Handfeuerwaffe. Aber der kann ja nu grad nicht.

Ich frage meine Nachbarin. Die kernige mit dem Hund.
"Näää! Sowas mache ich nicht. Viel zu gefährlich! Wenn du ein Hobby in der Art suchst, dann geh' doch geocachen!"
Ja, nee...
Geocachen ist sowas wie Urbexen für Weicheier. Ü-Ei-Suche im Wald, aber mit GPS. Allein schon die Aussprache: Geokäschn. Klingt eher nach "Käsch mich, ich bin der Früüühling!" statt nach knallhartem Abenteuer.

Also schreibe ich ein paar Urbexer in meiner Nähe an und bettele um Mitnahme. Manche antworten gar nicht, manche lehnen ab, ein paar zeigen Mitleid mit der älteren Dame.
Aber in die Kaserne will keiner, alle schon da gewesen. Ist wohl sowas wie ein Anfängerspot.
Ich willige ein, als mir jemand ein verlassenes Haus umme Ecke anbietet.

3 Wochen später:
Der sich meiner erbarmt habende Urbexer, sein Kumpel, dessen Schwester und ich gehen vom Parkplatz in sicherer Entfernung Richtung Haus. Mir geht die Düse und je höher die Düse, desto höher auch die Stimmlage, wie man auf dem Video hören kann.
In dem kleinen Ex-Lädchen vorne fehlen Glastür und Schaufenster komplett, am hinteren Anbau ist teilweise das Dach eingestürzt. Das Gebäude ist üppig mit Graffitis bekritzelt (Graffitis und Tattoos, das sind dieselben Leute, die sowas mögen, wa?), alles ist zugewuchert.
Ich will und darf vorgehen.
Kurz vor der Tür höre ich was im Gebüsch rascheln und kriege ad hoc 180er Puls, der sich auch bis zum Ende der Tour nicht verringern wird.
Während die anderen eher Angst vor dem Besitzer oder einem Sicherheitsdienst haben, gilt meine Sorge eher freilaufenden Hunden oder irren Killern.
Oder als Super-Gau: ein irrer Sicherheitsbeamter mit Listi, Taser und Hang zum Häutesammeln.


Was lauert dahinter?

Die anderen machen ausgiebig Fotos von dem Laden, dann geht's rein ins Nebengebäude. Da sieht's zwar nicht so schlimm aus, aber gruselig finde ich es trotzdem. Man steht da also mitten in einem miefigen Gebäude, von dem man nicht weiß, von wem und warum es verlassen wurde und warum es jetzt so vor sich hinrottet und irgendwie habe ich das Gefühl in eine fremde Privatsphäre eingebrochen zu sein und die Seele des Hauses zu stören (was jetzt abgedrehter klingt, als ich es meine).
Außerdem kriege ich die Fantasie nicht mehr aus dem Kopf, dass der ehemalige Besitzer, der aufgrund vieler übler Schicksalsschläge dem Wahnsinn anheim gefallen ist, hinter der nächsten Türe sitzt, mit dem Schrotgewehr auf uns zielt und raunt:"Ich habe schon auf euch gewartet" - irres Lachen, Schüsse.

Mein Puls rast vor sich hin. Hoffentlich falle ich nicht in Ohnmacht, hier so mitten in den Dreck!
Und dann mache ich ein paar klitzekleine Fehlerchen, für die mich meine neue Posse ("Possiii") hart disst!

Fehlerchen 1:
Ich ziehe eine Jalousie im Vorraum hoch, denn mir geht das Gewese im Halbdunkeln mit den Handy-Funzeln auf den Keks.
Huch! Großes Drama! Sowas macht man nicht!! Man lässt alles so, wie man es vorfindet! Mein Einwand, dass ich nur für bessere Beleuchtung für schönere Fotos sorgen wollte und die Jalousie ja wieder runter lasse, zählt nicht.

Fehlerchen 2:
In dem Haus liegen viele Dinge herum. Wieso die Leute bzw. ihre Erben privaten Kram nicht mitnehmen, bleibt mir ein Rätsel. Jedenfalls sehe ich in großmütterlicher Schrift einen Zettel auf dem Tisch liegen: ein Pflaumenkuchenrezept. Das stecke ich ein. Als Andenken quasi und zum Ausprobieren natürlich.
Huch! Großes Drama Teil 2! Man nimmt doch nix mit! Mein Einwand, dass der Diebstahl eines kleinen Zettels für uns als Hausfriedensbrecher ja wohl das geringste Problem sei und dass es doch eh keiner merken würde, zählt nicht.

Fehlerchen 3:
Vor uns waren schon viele böse Buben in dem Haus und haben Schrankinhalte auf den Boden geschmissen, Stühle umgeworfen, Fensterscheiben zerdeppert, etc. Mich als patente Hausfrau juckt es bei so einem Anblick in den Fingern; und während ich nach einem Besen schiele, um die Scherben beiseite zu kehren, richte ich ein paar Stühle wieder auf und stelle sie an den Tisch.
Huch! Großes Drama Teil 3! Man arrangiert nix um und räumt nicht auf! Das zerstört das Flair, die Aura, die ein "rotten place" ausmacht! Auf meine Frage: "Soll ich die Stühle nun wieder umschmeißen?" wussten die Herrschaften aber auch keine Antwort. 

Was ich bis dahin nicht wusste, es gibt einen Ehrenkodex für Urbexer (Einbrecher mit Ehrenkodex? Öhm... ok, nun gut):
"Take nothing but pictures, leave nothing but footprints."
Fuck, jetzt habe ich obendrein eine Menge fingerprints geleaved! Wenn hier demnächst ein Mord passiert, hat man mich am Arsch! Eigentlich müsste ich nun nochmal hin und so richtig sauber machen! Der Irre mit der Flinte wird's mir danken.


Alte Dokumente.
Wer zur Hölle, lässt denn sowas einfach rumliegen??


Sobald der Urbexer sein Video hochgeladen hat, stelle ich den Link hier ein. Ich hoffe, er schneidet meinen Lachanfall 'raus, den ich bekam, als er vor Schreck einen Satz machte, als irgendwo ein Rohr knackte.

Dieser Dreck überall!
Die Hausfrau in mir drehte sich mehrfach im Grabe um!


Jedenfalls...
habe ich meine erste Urbex-Tour geschafft und überlebt. War spannend, auch ein bisschen traurig, derart verrottete Räumen zu sehen, aber das muss ich nicht nochmal haben. Außer die Kaserne natürlich, da MUSS ich einfach hin.
Geht einer mit?
Ich steuere auch Plunderteilchen, Korodin und Handfeuerwaffe bei.
Na los, traut euch, ich bin jetzt schließlich Profi!


Und HIER meine Ausbeute.
Ja, man sieht nicht viel Haus, soll ja schließlich niemand die Hütte seiner Omma wiedererkennen und uns anzeigen, ne?

Freitag, 12. Mai 2017

Web.de Abofalle? Don't panic! Die bellen nur.

Obacht! Dies ist ein Service-Post!
Bitte gerne.


Ein Brief von 1&1 (vormals Web.de) trudelt ein. Adressiert an Elvis.
"Letzte Mahnung".
Komisch, um als "letzte" zu gelten, muss da nicht eine erste, zwote und dritte Mahnung vorausgegangen sein?

Ja, ne? Ist aber nicht.

Elvis soll endlich die 15 Ocken zahlen, die er Web.de schuldet, weil er angeblich seinen
„Freemail“-Account zu einem kostenpflichtigen umgewandelt haben soll.
Hatter nich.
Zumindest nicht absichtlich.
Vermutlich poppte beim Einloggen in sein Mailpostfach eine dieser unzähligen Werbungen auf und er klickte versehentlich auf "kaufen" statt auf "weiter".
Normalerweise bekommt man dann eine Auftragsbestätigung.
Hatter nich.

Die Mahnung beläuft sich insgesamt auf 22 Euro.
Sofort zu zahlen, sonst Inkasso, Schufa, usw.

Elvis entschließt, das auszusitzen.

1 Woche später Post vom Inkassounternehmen. Der Betrag beläuft sich mittlerweile auf 90 Ocken.
Der Mailaccount ist gesperrt.

Ich gerate in Panik, schlage vor, das Geld zu überweisen und gleichzeitig den Vertrag zu kündigen. Feddich.
Elvis beharrt darauf, willentlich keinen Vertrag abgeschlossen und keine AB erhalten zu haben.

Ich erkundige mich beim Verbraucherschutz und siehe da, dieses halblegale Geschäftsgebahren, nämlich kostenpflichtige Verträge als Geschenk zu tarnen (Leute mit web.de-Account wissen, was ich meine), geht denen schon lange auf den Sack und sie stellen extra für solche Fälle einen prima Musterbrief kostenlos zur Verfügung.
In diesem Musterbrief wird u.a. auf die Beweislast von Web.de aufmerksam gemacht.

Also Brief ausgedruckt und per Einschreiben an Web.de und an das Inkassounternehmen geschickt.

5 Tage später Post von Web.de:
"Doch doch, Sie haben sehr wohl einen kostenpflichtigen Vertrag abgeschlossen! Wie bitte? Sie woll'n gar nich? Ach so, na dann nehmen wir alles zurück, wir wollen ja zufriedene Kunden, nech? Ihr Account ist auch wieder freigeschaltet. Kostenlos natürlich. Die Inkassotypen sind informiert. Entschuldigense vielmals die Störung. Alles gute, Ihr Web.de!"

Naja, sinngemäß...

Und die Moral von der Geschicht'?
Erläutere ich gerne. Sie müssten nur kurz auf diesen Button drücken und 72,95 € überweisen.

Donnerstag, 11. Mai 2017

Eine Woche im Mai

Montag:
Wo sind meine Flip-Flops?


Dienstag:
Wo sind meine Fellpantoffeln?


Mittwoch:
Wo ist der Sonnenschirm?


Donnerstag:
Wo ist der Regenschirm?


Freitag:
Wo ist der Grill?


Samstag:
Kann man noch irgendwo Glühwein kaufen?


Sonntag:
Haben wir noch Sonnencrème?



Spenderkreisläufe bitte an die bekannte Adresse...