Montag, 23. Oktober 2017

Meanwhile in the Sauerland

Nach einer harten KW42, in der ich mich schlaftrunken durch die Tage schleppte, da die neuen Walking Dead-Folgen mich vor 3 nicht schlafen ließen, startete ich nun frohgemut in die neue Woche.

Nach nervigen 56 Stunden nonstop  (dank krankem Babysitter und absentem Vater) mit Kleinkind, verabschiedete ich mich heute morgen von  Elvis, der über's WE nach Hause gekommen war und erst um 11 Vorlesung hatte und machte mich auf den Weg zum Kiga bzw. ins Büro.
Ich freute mich sehr, denn arbeiten gehen ist so viel besser als dieser ganze Kinderkack.

Ich war keine 5 Minuten on the road, als ich von einem UPS-Wagen von der Straße abgedrängt wurde.
Ob er einfach nur typisch upsig fuhr oder ich mich in seinem toten Winkel befand - keine Ahnung.
Da kauft man sich extra ein signalfarbenes Auto und dann sowas!
Ich konnte ganz knapp in eine glücklicherweise busfreie Bushaltebucht ausweichen.
Hm, wenn UPSer (wie auch alle anderen Paketdienstfahrer) immer wie die Irren rasen, wieso kommt dann nicht ein einziges scheiß Paket auf dem gesamten Erdball jemals pünktlich an?!

Im Büro angekommen, petzte ich den Vorfall dem enorm schlecht deutsch  sprechenden Telefonfrollein der UPS- Zentrale, bin aber nicht sicher, ob sie Begriffe wie "gesengte Sau" und "Einlauf verpassen" überhaupt verstanden hat und korrekt weiterleiten wird.

Da erst fiel mir die miese Stimmung auf:
die Kolleginnen hatten einen megamäßigen Anschiss vom Teamleiter (Typ: prolliger Malocher) kassiert. Irgendwas lief mal wieder nicht rund.
Da bin ich direkt froh, dass ich da nur die Post öffne, bei sowas ist die Fehlerquote ja eher gering.

Nach der Mittagspause brachte der Kollege seinen Hund mit (ja genau, der Schielende, der immer furzt und an meinen Papierkorb pisst. Also Hund, nicht Kollege!), der irgendwann anfing, zwischen 2 Büros hin und her zu rasen, weil Fellpfoten auf dem Laminat so lustig rutschen, wenn man ordentlich Speed draufhat.
Und mit ordentlich Speed ist er dann auch vor die Glastür gekracht, die eine Kollegin, vom Hin- und Hergerase genervt, geschlossen hatte.
Ein Bumms, ein jauliges Quieken und wir wurden alle blass.
Auch der Hund.
Großes Betüdeln war angesagt, sehr zum Missfallen des Teamleiters, dem sein Viech auch schon vor den Türrahmen geknallt ist, das aber besser abkann, weil 20 Kilo mehr auf den Rippen als der Furzer.
Tje nün, ein Arbeitsplatz ist nun mal keine Spielwiese.
Bin gespannt, wie lange Blut und Rotz noch an der Tür kleben werden.
Wahrscheinlich sehr lange, als Mahnmal für die anderen 3 Köter, die da 'rumstinken ..äh.. sorry.. 'rumlaufen.

Wie auch immer.
Ich hatte so viel zu tun, dass ich nicht fertig wurde - das hasse ich wie die Pest!
In Ruhe fertig machen ist aber auch nicht drin, denn der Kindergarten schließt bald.

Als ich Lucky abholte, teilt mir die Kiga-Leiterin mit, dass die Weihnachtsferien um 2 Tage verlängert und die Schließzeiten um 1 Woche Osterferien und 5 Brückentage erweitert werden!
Äh...?
Ham die den Arsch auf?!
Oder neudeutsch: wtf?!
Die sollten mal aufhören, den Kiga als überdachten Spielplatz zu sehen, sondern als das, was er ist: Aufbewahrungsstätte für Kindern von berufstätigen Eltern!
Ostern 2018 wird also zum Eiertanz für mich.
Eigentlich wird das ganze Jahr zum Eiertanz.
Und eigentlich könnte ich direkt in den Sack hauen, denn so viele Tage kann ich gar nicht auffangen. Ich hab ja schon Schwierigkeiten, Lucky am 16.11. unterzubringen, wenn die Damen ihren 1.-Hilfe-Kurs absolvieren, ohne Notfallgruppe anzubieten.
Vermutlich springt eine Kusine ein, was mich am besagten Tag 70 km fahren lassen wird.

Zuhause angekommen, lungerte der Student da immer noch rum, weil die nächste Vorlesung doch erst um 18 Uhr stattfindet.
Das fand ich auf mehreren Ebenen Scheiße:
1. hatte er so Zeit genug, mir fein säuberlich die Schränke leer zu fressen und
2. hatte er mir beim Duschen wieder die komplette Badematte unter Wasser gesetzt und
3. will ich nicht, dass er spät abends noch auf der Straße ist, immerhin befindet sich seine WG in einer no-go-area, die wöchentlich in der Lokalpresse erwähnt wird. Aber -so versuche ich mich zu beruhigen- wo verstärkt Polizei auftritt, da auch mehr Sicherheit, gell?
GELL?!
Als ich einen Kollegen zu diesem Viertel interviewe, der auch in der Großen Stadt wohnt, schickt er mit kommentarlos einen Link für günstige schusssichere Westen.
Ha. Ha.
Mit einem bangenden Mutterherz solche Scherze zu treiben!

Der Burger, den ich mir mitgebracht hatte, war untenrum nass. Wieso ist der nass??
Ja, ich esse noch Burger.
Während ich mich in den ersten Wochen im neuen Büro gefreut hatte, vor lauter Arbeit gar nicht zum Essen zu kommen und so endlich mal ein bisschen abzunehmen, musste ich schnell feststellen, dass ich in einem Laden gelandet bin, in dem frustgefressen wird und quasi täglich Torte oder Pizza oder sonstige Schädlinge in der Küche stehen.

Als Lucky endlich im Bett war, ergoogelte ich mir Infos über den neuen Superkindergarten in town:
12/5 geöffnet.
Der Run auf dieses Etablissemang ist groß, mal sehen, ob ich da überhaupt eine Chance habe.

So, und nun entschuldigt mich, ich muss mir noch den roten Glitzerlack auf meine zur Hälfte 'rausgewachsenen Acrylnägel pappen, damit man die Kante nicht sieht.
Guter Tipp, ne? Bitte gerne!

Bis die Tage...


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