Sonntag, 15. April 2018

Porsche-Panik

Kurz bevor der Teamchef sich in den 3-wöchigen Urlaub verabschiedete, hatte er sich ein neues Auto gegönnt: einen Porsche.

Aus dem Urlaub zurück, wollten wir, als kriecherische gute Untergebene, natürlich wissen, wie sich die neue Karre denn so fährt: 
"Na Chef, ordentlich damit rumgeheizt?"

"Och, naja, rumgeheizt wäre jetzt zuviel gesagt. Ich bevorzuge den defensiven Fahrstil!"

Defensiv mit einem Porsche unter'm Hintern??
Nu ja, warum nicht, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, gell?

"Und bei dem noch eisigen Wetter will ich vermeiden, dass das gute Stück womöglich ausbricht."

Aha.
Übersetzt: der Kauf des Wagens hatte so dermaßen das Budget gesprengt, dass Winterreifen erst im nächsten Winter drin bzw. dran sind.

"Und wie war Ihr Urlaub? Mit Ihrer Frau haben sie doch bestimmt einige rasante Fahrten ins Blaue unternommen."

"Ach, ja, nein. Meine Frau fährt nicht gerne asphaltnah wegen ihrem Rücken."

"Rücken" - so so.
Das kann ich gut verstehen.
Einer der Börsenottos hat mich mal mit einem tiefergelegten Spochtwagen abgeholt und dieses Gefühl, dass man knapp über'n Asphalt schrappt, ist jetzt nicht soooo dufte, auch wenn der Typ mir vorher einen Orgasmus auf Bordsteinpflaster prophezeit hatte (war gelogen).
Jeeps und Tiefliegende - geht mir weg damit! Sowas mögen nur Männer und Jutta Kleinschmidt.

"Können wir uns das Prachtstück denn mal anschauen? Parken Sie hinter'm Haus, wie immer?"

"Öh, ja, äh, nein, äh, das heißt: ich bin nicht mit dem Porsche da, sondern mit dem Passat."

Porsche, Passat, da kann man schon mal durcheinander kommen, gell?

"Hm, aber Sie bringen den Schlitten doch mal mit, oder? Schließlich wollen wir ihn alle mal sehen."

"Öhm, ja sicher, äh, irgendwann mal. Später. Ich habe mich noch nicht so ganz an den Wagen gewöhnt. Er hat sowas Aggressives."
...sprach's und verpisste sich in sein Büro.

Irre, der Typ hat Angst vor seinem eigenen Auto!
Das ist in ungefähr so, als würde eine Frau vor ihren Louboutins davonrennen...
Aber sowas wird man(n) niemals jemals erleben, gell, die Damen ;-)

Samstag, 14. April 2018

8


Im Märzen 2010 schrub ich meinen ersten Blogeintrag.
Puh, was war das aufregend!
Mein Geschriebenes konnten nun Millionen Menschen da draußen an den Displays lesen!
Und Millionen sind es tatsächlich gewesen, meint Google Analystatistics, nämlich
2.369.356.

Hach, waren das tolle Jahre:
ich hatte endlich ein Medium gefunden, wo ich so richtig rauslassen konnte und mich gleichzeitig in meinem Hobby, dem Schreiben, üben konnte.

Ich habe euch teilhaben lassen an Höhen, Tiefen, Beziehungsproblemen, Trennungen, Schwangerschaften, Todesfällen und Hardcoredating, habe mich ausgelassen über meine Erfahrungen mit Ämtern und anderen Bekloppten.

Es wurde diskutiert, Informationen ausgetauscht, gelacht, geweint, kritisiert.
Ihr habt mir die Krone geradegerückt, wenn mal was schief lief und ihr habt mir den Kopf geradegerückt, wenn ich mit meiner verqueren Denke den Wald vor lauter Bäumen nicht sah.

Und mit manch anderen Bloggern ergab sich sogar privat was.

Hach, schee war's....



8 Jahre später:
Mal abgesehen davon, dass ich, seit ich wieder arbeite, kaum Freizeit habe, habe ich das Gefühl, es ist alles gesagt, was gesagt werden musste/sollte/wollte/konnte.

Und mit 50 ist man offensichtlich nicht mehr dieselbe wie mit 42:
Situationen, Umstände, Einstellungen, Meinungen, Befindlichkeiten ändern sich.
Die Altersmilde hat zugeschlagen und ich rege mich nicht mehr genug auf, um feurige Blopgposts zu schreiben.

Ein, zwei Sätze in den Facebook-Status geklöppelt oder ein 14 sec.-Filmchen bei Instagram gevlogt - ok, dafür reicht's gerade noch.

Vieles, was ich vor 5 Jahren z. B. noch für bloggenswert hielt, lässt mich heute völlig kalt.
Immer öfter auch der Gedanke: wen interessiert's??

Was mir mittlerweile auch das Posten, Bloggen oder sonstiges öffentliches Gequatsche vergällt (kennt das Wort noch jemand??), ist diese neue Spezies von Arschkrampen:
die social warrior.
Hölle, ey!
Diese digitalen Gutmenschen, die alles und jeden korrigieren und zurechtweisen müssen, hinweisen auf die noch so winzigkleinste political uncorrectness, zwar grammatikalisch einwandfrei und (fast immer) höflich, aber nervig, wie die Pest.
Kein Post, kein Status, den diese Nervensägen nicht kommentieren und mit ihrem Wissen meinen "bereichern" und relativieren zu müssen.
Böäch ey.
Dann lieber 'nen Troll.

A propos: bloggt heutzutage überhaupt noch irgendjemand?!
Es gibt tatsächlich Blogger, die schreiben seit Jahren stoisch vor sich hin.
Auch mit nur 3 Followern, die nicht mal kommentieren.
Chapeau.
So eine bin ich nicht, habe mich vorerst für die Quickie-Varianten Instagram, FB und Twitter entschieden.

Aber tu ich den Blog schließen?
Mein mittlerweile 8 Jahre altes Baby (2. Schuljahr, oder)?
Och... nö.
Hab soviel Herzblut reingesteckt und mir die Finger wund getippt.

Vielleicht kommen irgendwann wieder bessere Zeiten (whatever "besser" means) und ich habe ich irgendwann richtig viel Zeit und gleichzeitig 'nen freien Kopf und ein top Thema.
Ihr werdet auf jeden die Ersten sein, die es erfahren.
Versprochen!

Sonntag, 8. April 2018

Oh, weißer Sonntag!

Tausende kleine Mädchen in Kaiserin-Sissi-Gedächtnis-Robe und kleine Jungs
in weniger royalem, dafür eher mafiösem Outfit, empfangen heute ihre 1. heilige Kommunion!
Und sahnen ordentlich Kohle und Geschenke ab.
Und morgen fällt die Schule aus!
Oh, happy day!

Und wenn Kommion ist, dann ist Konfirmation nicht weit.

Wer noch ein paar Tipps braucht, bitteschön:



Also, nicht, dass es da etwas zu surviven gäbe, gell, ich übertreibe ja gern ein wenig, aber lasst es mich mal so ausdrücken: ich bin ziemlich froh, dass Lucky Luke nicht getauft ist.