Montag, 23. Oktober 2017

Meanwhile in the Sauerland

Nach einer harten KW42, in der ich mich schlaftrunken durch die Tage schleppte, da die neuen Walking Dead-Folgen mich vor 3 nicht schlafen ließen, startete ich nun frohgemut in die neue Woche.

Nach nervigen 56 Stunden nonstop  (dank krankem Babysitter und absentem Vater) mit Kleinkind, verabschiedete ich mich heute morgen von  Elvis, der über's WE nach Hause gekommen war und erst um 11 Vorlesung hatte und machte mich auf den Weg zum Kiga bzw. ins Büro.
Ich freute mich sehr, denn arbeiten gehen ist so viel besser als dieser ganze Kinderkack.

Ich war keine 5 Minuten on the road, als ich von einem UPS-Wagen von der Straße abgedrängt wurde.
Ob er einfach nur typisch upsig fuhr oder ich mich in seinem toten Winkel befand - keine Ahnung.
Da kauft man sich extra ein signalfarbenes Auto und dann sowas!
Ich konnte ganz knapp in eine glücklicherweise busfreie Bushaltebucht ausweichen.
Hm, wenn UPSer (wie auch alle anderen Paketdienstfahrer) immer wie die Irren rasen, wieso kommt dann nicht ein einziges scheiß Paket auf dem gesamten Erdball jemals pünktlich an?!

Im Büro angekommen, petzte ich den Vorfall dem enorm schlecht deutsch  sprechenden Telefonfrollein der UPS- Zentrale, bin aber nicht sicher, ob sie Begriffe wie "gesengte Sau" und "Einlauf verpassen" überhaupt verstanden hat und korrekt weiterleiten wird.

Da erst fiel mir die miese Stimmung auf:
die Kolleginnen hatten einen megamäßigen Anschiss vom Teamleiter (Typ: prolliger Malocher) kassiert. Irgendwas lief mal wieder nicht rund.
Da bin ich direkt froh, dass ich da nur die Post öffne, bei sowas ist die Fehlerquote ja eher gering.

Nach der Mittagspause brachte der Kollege seinen Hund mit (ja genau, der Schielende, der immer furzt und an meinen Papierkorb pisst. Also Hund, nicht Kollege!), der irgendwann anfing, zwischen 2 Büros hin und her zu rasen, weil Fellpfoten auf dem Laminat so lustig rutschen, wenn man ordentlich Speed draufhat.
Und mit ordentlich Speed ist er dann auch vor die Glastür gekracht, die eine Kollegin, vom Hin- und Hergerase genervt, geschlossen hatte.
Ein Bumms, ein jauliges Quieken und wir wurden alle blass.
Auch der Hund.
Großes Betüdeln war angesagt, sehr zum Missfallen des Teamleiters, dem sein Viech auch schon vor den Türrahmen geknallt ist, das aber besser abkann, weil 20 Kilo mehr auf den Rippen als der Furzer.
Tje nün, ein Arbeitsplatz ist nun mal keine Spielwiese.
Bin gespannt, wie lange Blut und Rotz noch an der Tür kleben werden.
Wahrscheinlich sehr lange, als Mahnmal für die anderen 3 Köter, die da 'rumstinken ..äh.. sorry.. 'rumlaufen.

Wie auch immer.
Ich hatte so viel zu tun, dass ich nicht fertig wurde - das hasse ich wie die Pest!
In Ruhe fertig machen ist aber auch nicht drin, denn der Kindergarten schließt bald.

Als ich Lucky abholte, teilt mir die Kiga-Leiterin mit, dass die Weihnachtsferien um 2 Tage verlängert und die Schließzeiten um 1 Woche Osterferien und 5 Brückentage erweitert werden!
Äh...?
Ham die den Arsch auf?!
Oder neudeutsch: wtf?!
Die sollten mal aufhören, den Kiga als überdachten Spielplatz zu sehen, sondern als das, was er ist: Aufbewahrungsstätte für Kindern von berufstätigen Eltern!
Ostern 2018 wird also zum Eiertanz für mich.
Eigentlich wird das ganze Jahr zum Eiertanz.
Und eigentlich könnte ich direkt in den Sack hauen, denn so viele Tage kann ich gar nicht auffangen. Ich hab ja schon Schwierigkeiten, Lucky am 16.11. unterzubringen, wenn die Damen ihren 1.-Hilfe-Kurs absolvieren, ohne Notfallgruppe anzubieten.
Vermutlich springt eine Kusine ein, was mich am besagten Tag 70 km fahren lassen wird.

Zuhause angekommen, lungerte der Student da immer noch rum, weil die nächste Vorlesung doch erst um 18 Uhr stattfindet.
Das fand ich auf mehreren Ebenen Scheiße:
1. hatte er so Zeit genug, mir fein säuberlich die Schränke leer zu fressen und
2. hatte er mir beim Duschen wieder die komplette Badematte unter Wasser gesetzt und
3. will ich nicht, dass er spät abends noch auf der Straße ist, immerhin befindet sich seine WG in einer no-go-area, die wöchentlich in der Lokalpresse erwähnt wird. Aber -so versuche ich mich zu beruhigen- wo verstärkt Polizei auftritt, da auch mehr Sicherheit, gell?
GELL?!
Als ich einen Kollegen zu diesem Viertel interviewe, der auch in der Großen Stadt wohnt, schickt er mit kommentarlos einen Link für günstige schusssichere Westen.
Ha. Ha.
Mit einem bangenden Mutterherz solche Scherze zu treiben!

Der Burger, den ich mir mitgebracht hatte, war untenrum nass. Wieso ist der nass??
Ja, ich esse noch Burger.
Während ich mich in den ersten Wochen im neuen Büro gefreut hatte, vor lauter Arbeit gar nicht zum Essen zu kommen und so endlich mal ein bisschen abzunehmen, musste ich schnell feststellen, dass ich in einem Laden gelandet bin, in dem frustgefressen wird und quasi täglich Torte oder Pizza oder sonstige Schädlinge in der Küche stehen.

Als Lucky endlich im Bett war, ergoogelte ich mir Infos über den neuen Superkindergarten in town:
12/5 geöffnet.
Der Run auf dieses Etablissemang ist groß, mal sehen, ob ich da überhaupt eine Chance habe.

So, und nun entschuldigt mich, ich muss mir noch den roten Glitzerlack auf meine zur Hälfte 'rausgewachsenen Acrylnägel pappen, damit man die Kante nicht sieht.
Guter Tipp, ne? Bitte gerne!

Bis die Tage...


Guck-Tipp:
Psychobitches - tote Promifrauen beim Psychologen



und 
Tracy Ullman als Angela Merkel

Sonntag, 24. September 2017

Ein Büro voller Hunde

"Wer hier arbeitet, muss Hunde mögen", hatte der Chef beim Einstellungsgespräch gesagt und ich dachte, er bezieht sich auf seinen uralten, friedlichen Bordercollie.
Was aber folgte, sprengte die Grenzen meine Vorstellungskraft.
Vorab gesagt: ich finde Hunde grundsätzlich gut.
Wenn sie gut erzogen sind und mir nicht durch unmotiviertes Gekläffe, Anspringen oder inhäusiges Ablassen von körpereigenen Substanzen auf den Sack gehen.


Hier mal eine Beispielwoche:

Montag:
Ich fühle den ganzen Vormittag eine latente Übelkeit, gepaart mit leichtem Kopfschmerz.
Schwanger kann ich mangels Liebhaber (*schluchz*) ja nicht sein, also brüte ich wohl was aus. Denke ich. Dann bemerke ich die Riesenpfütze unter meinem Schreibtisch: Hugo, der Kollegenhund, hat sich offenbar an meinem Papierkorb erleichtert und die heraufziehenden Schwaden verursachten mein Unwohlsein.
Während Herrchen die Pisse wegtupft, erklärt er mir, dass Hugo noch jung sei, 8 Monate, und es halt noch nicht besser weiß.


Dienstag:
Der Hund vom Chef legt 3 Häufchen in den Kopierraum.
"Scheiße!", flucht die Sekretärin, da hat sie wohl das Gassigehen vergessen! Kein Wunder bei dem ganzen Stress immer!


Mittwoch:
Hugo pisst wieder an meinen Papierkorb, und das, obwohl ich ihm zwecks Freundschaftsanbahnung Leckerlis gereicht habe. Nun kläfft er mich zwar nicht mehr an, aber lässt trotzdem in meiner Nähe unter sich. Toll.
Ich frage Herrchen besorgt, ob womöglich ein Harnwegsinfekt vorliegt, aber er verneint.


Donnerstag:
Die neue Kollegin mit dem "Ich muss im Mittelpunkt stehen, sonst sterbe ich!"-Syndrom fühlt sich nicht genug beachtet und bringt ihre Molly mit.
Beim Gassigehen passt sie allerdings nicht auf, Molly frisst einen Scheißhaufen, und so zerrt sie mit hochrotem Kopf ein nach Kacke stinkendes und Würgegeräusche von sich gebendes Viech hinter sich her in den Waschraum, um ihm dort das Maul auszuwaschen. Der Vorfall ist ihr so peinlich, dass Molly vorerst zuhause bleiben muss.
Gott sei Dank! Je weniger Hunde, desto weniger Geruchsbelästigung.


Freitag:
Hugo pisst an den Papierkorb meines 2. Arbeitsplatzes, also im Raum nebenan.
"Komisch", meint das Herrchen, "das macht er nur bei dir!"
Hä?! Wieso?? Was mache ich falsch? Wieso hasst er mich? Stört ihn mein neues Boss-Parföng? Riecht er die ganzen Notfall-Snickers in der Schublade? Oder will er mehr Leckerlis?!


Samstag...
Sonntag...


Montag:
Rocky, der Hund der Buchhalterin, findet in der Küche ein über's Wochenende vergessenes und nun obergäriges Stück Sahnetorte und haut 'rein. 2 Stunden später: Kotzalarm!
Hatte ich eigentlich erwähnt, dass wir Teppichboden haben?


Ein paar Tage später beobachte ich, dass die Kollegen sich für ihre Gassigänge den kleinen, nicht eingezäunten Vorgarten des Nachbarhauses auserkoren haben. 
Ich gebe zu bedenken, dass in dem Haus jemand wohnt.
Kollegen so: "Der Vermieter lebt im Ausland." 
Ich: "Hier wohnt aber ein Mieter!!"
Kollegen: "Na und?" 
Ich: "NA UND??!!"
Kollegin:"Vorsicht übrigens! Die Wiese ist mittlerweile voller Haufen! Nicht reintreten!" 


"Du liebe Güte, ham die alle keine Kinder?", fragt meine Mutter angewidert.
Ich überlege. Tatsächlich!
Ich bin nur nicht sicher, wofür das ein Indiz sein könnte.
Legen Hundebesitzer MIT Kindern mehr Wert auf Hygiene und Erziehung? Stichwort Ansteckungsgefahr? Keine Ahnung.

A propos "Tierheim".
Mäuse hamwer auch.
3 sind schon in die vom Hausmeister aufgestellten Fallen reingetappt.
Stellt sich mir die Frage: jagen Hunde keine Mäuse?

Zur allgemeinen Erheiterung sei erwähnt: wir arbeiten auf dem Gesundheitssektor.

Nein, ich arbeite NICHT im Tierheim.

Mittwoch, 20. September 2017

Aff un zo

...schaff' ich es, bei Instagram oder Facebook wat zu posten.
Wer also op de Höchte bleiben will, kann sich da umsehen.
Links stehen rechts (hö hö).

Oder hier:

Sonntag, 3. September 2017

Wechseljahre - Der Mönchspfeffer

Ich halte rein gar nichts von pflanzlichen Mitteln.
Wenn mich Malessen quälen, will ich schnelle Linderung und nicht erst 3einhalb Monate warten müssen, bis putzige Zuckerkügelchen vielleicht und eventuell ihre Wirkung tun.
Der liebe Gott hat nicht umsonst die Chemie erfunden und ich greife bei Kopfschmerzen lieber zu Ibuprofen als zu Kaffee mit Zitronensaft.

Nun aber begab es sich, dass meine mannigfaltigen Wechseljahresbeschwerden in den letzten Monaten immer heftiger wurden.
Und zwar derart inakzeptable, dass ich mir beim Kleinen Fabian (aka mein Gyn) eine Portion Hormönchen bestellte.
Aber Ibuprofen, Mucosolvan und Otriven sind das eine.
Synthetische Hormone sind ein ganz anderes Kaliber und deshalb zögerte ich mit der Einnahme. Man man will ja mit 54 nicht an irgendwelchen hormonbedingten Nebenwirkungen zugrunde gehen, nur weil man mit Ende 40 ein Paar Hitzewellen nicht ausgehalten hat, nicht wahr.
Ich legte das Rezept also erstmal beiseite und hörte stattdessen auf das, was meine erfahrenen Leserinnen mir empfahlten (empfiehlten? empfehlten?) und zwar unisono:
Mönchspfeffer aka Keuschlamm aka Liebfrauenbettstroh.
100 Stück, 14 Ocken.
1 pro Tag.
Wirkungseintritt nach 3 - 4 Wochen.

Zwoeinhalb Wochen später war von meinen Zuständen nix mehr zu spüren.
Hitzewellen, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, fettige Haut, Unterleibsgerummmel, Dauerhunger, Gelenkschmerzen. Alles weg.
Gut, abgenommen hab ich zwar nüscht, aber hey! keine Hitzewellen mehr zu haben, machen die Wampe echt wett.

Ich pack den Fächer dann wieder weg...

Schluss mit den Gelüsten!
Unvergessen die Nutella-Schnitte mit Schinken und Krautsalat.





Samstag, 26. August 2017

Einladungssucht

Ist das eine anerkannte Krankheit mit ICD und so?
Falls nicht, plädiere ich dafür.
Ich hätte auch schon Patient Zero parat: den Pilot!

November 2016.
Er so:
"Meine Mutter lädt dich und Lucky herzlich zu ihrem Geburtstag nächsten Freitag ein! Wir fahren dann gemeinsam hin* und bleiben über's Wochenende."
*400 km.

Ich freute mich sehr, denn die Pilotenmutter ist cool und dann würden wir endlich auch den Vater kennenlernen.
Also dankte ich der PiMu per Whatsapp hocherfreut für ihre Einladung.

2 Tage Funkstille.
Ungewöhnlich, denn normalerweise antwortet sie noch am selben Tag auf Nachrichten.
3 Tage später:
"Liebe Juliane, ihr seid immer willkommen, aber leider nicht an meinem Geburtstag. Meine Schwester kommt extra aus der Schweiz angereist; sie ist schwer krank und benötigt dann meine ganze Aufmerksamkeit. Ihr könnt aber gerne ein andermal kommen."
Freude verpufft.
Hä, dachte ich, wieso lädt sie mich denn dann erst ein??
Oh.
Moooment!
Pilot zur Rede gestellt.
Stotter stotter... ähm... vielleicht habe ich sie da falsch verstanden.. öhm.. ihr könnt aber sonst immer gerne zu ihr kommen ..bla..

Ja, danke für's Gespräch, Idiot!
Wie kann man denn jemand im Namen einer anderen Person einladen, ohne dass diese Person davon weiß, Herrgott?!


Ostern waren wir dann dort, nachdem sie uns höchstpersönlich eingeladen hatte.


August 2017
Pilot so:
"Meine Mutter kommt am Freitag zu Luckys Geburtstag. Ist dir das recht? Sie möchte euch so gerne wiedersehen. Sie bleibt über's Wochenende, dann könnten wir gemeinsam etwas unternehmen."
Ich freute mich sehr, denn, wie gesagt, im Gegensatz zu ihrem Sohn, ist die PiMu 'ne coole Socke.
Hm, aber wieso teilt sie mir das nicht selbst mit bzw. fragt mich vorher, denn das wäre oldschool und sie ist oldschool.
Leicht alarmiert schrieb ich ihr, dass der Pilot mir mitgeteilt hätte, dass sie gedenke zu kommen und ich mich sehr darüber freuen täte.
Man ahnt es schon, ne?
4(!) Tage Funkstille.
Dann:
"Liebe Juliane, leider habe ich mich mit meinen vielen Terminen übernommen, mein Herz ist bei euch, aber terminlich stoße ich gerade an meine Grenzen, habe mich verzettelt, bla..."
Ja, nee, is' klar, eine zuverlässige und sehr gut organisierte Frau wie sie verzettelt sich ausgerechnet bei einem wichtigen Termin wie Enkelgeburtstag?!
Komm, hör' mer uff!

Als ich dem Pilot daraufhin dringend riet, damit aufzuhören, andere Leute sich gegenseitig einladen zu lassen, wusste das Unschuldslamm üüüüberhaupt nicht, was ich meine, es wäre schließlich der Fehler seiner Mutter gewesen.

Ich kann mir schon denken, wie das ablief.
PiMu: Sohn, Juliane bestätigt gerade per WA mein Kommen! Hast du mich etwa bei ihr eingeladen?! Wir sind doch dann im Urlaub!
Pilot: Oh. Äh...
PiMu: Was hast du getan?! Juliane und Lucky rechnen nun fest mit mir!
Pilot: Äh...
PiMu: Ich weiß! Ich schreibe einfach, ich hätte mich verzettelt...
Pilot: Okeee.

Män, mit dem Typ stimmt auf so vielen Ebenen was nicht, da kann Lucky froh sein, dass er wenigstens EINEN freshen Elternteil hat...


Wie Luckys 3. Geburtstag war, fragt ihr?
Nun ja, da PiMu bekanntlich nicht erschien, der Pilot kurz vorher wegen starker Migräne* absagte und unser Omma ja immer direkt nach Nahrungsaufnahme nach Hause will, recht kurz und gastarm.
*aka: Angst vor meinem Anschiss
Was Luckys Freude über seine tollen Geschenke aber keinen Abbruch tat.
Unser Omma schenkt ihm eine "kleine Gitarre" und nun ratet , wer Abend für Abend vor Youtube sitzt und Ukulele spielen lernt...


Ich hatte extra Geburtstagskrönchen besorgt!



Pro-Tipp übrigens an Väter mit Migräneneigung:
macht es wie die Mütter, werft  euch eine Schmerztablette ein und FUNKTIONIERT EINFACH WEITER!
Probiert mal, ist gar nicht schwer...

Samstag, 19. August 2017

Zu früh gefreut

Mein neuer Job in Kurzfassung: Ach herrje.

Etwas ausführlicher?
Ok.
Pausen sind überbewertet und die gelben Flecken auf dem Teppich sind kein fancy Muster, sondern Hundepisse.
Und das war's auch schon so im Groben.


Für die Detailversessenen:
Während ich vor Jobantritt betete, dass Lucky Luke wenigstens während der Probezeit keimfrei bleiben möge, hoffe ich jetzt das Gegenteil.
Ja, klingt fies, aber ihr wisst was ich meine!

Ich habe schon einige Firmen kennengelernt, aber so ein befremdlicher Laden war noch nie dabei. Oder bin ich nach 8 Jahren öD schon zu versaut für den freien Markt?

Was grundsätzlich vorher gut klang und daherkam, entpuppte sich rasch als nich so dolle.
Ich arbeite zum Beispiel nicht in dem schicken Loft, in dem die Vorstellungsgespräche stattfanden, sondern in einer Zweigstelle, in der es leider auch Räume ohne Fenster gibt. Solche Räume sind eh schon stickig und dank Technik warm, und es wird besonders fies, wenn der glubschäugige Köter des Kollegen mal wieder reingeschifft oder gebläht hat. Also mehrfach täglich.

Die meiste Zeit sitze ich allerdings in einem Großraumbüro mit Trennwand im Rücken und 3 Riesenbildschirmen vor der Nase. Blickkontakt zu Kollegen is nicht.
Wenn man sich unterhält, ruft man halt in den Raum hinein.
Wobei das aber auch nur selten der Fall ist, hier wird nämlich nicht unterhalten, man ist schließlich auf der Flucht.
Ha ha.

Da der Teamleiter sich nicht die Mühe gemacht, uns einander vorzustellen oder mir zu erklären, wer was macht oder wie der Betrieb aufgebaut ist (das ist nämlich ziemlich verzweigt und kompliziert), habe ich das "große Ganze" nicht auf'm Schirm und kapiere folglich die nötigen Details nicht so rasch, wie ich (und die Kollegen) gerne hätten.

Weil so viel zu tun ist, macht hier niemand Pause.
Manche arbeiten teilweise 10 Stunden und stopfen sich zwischendurch nur rasch ein Brötchen oder Süßes 'rein.
Selbst die Raucher hechten vor die Tür und ziehen sich in 30 sec. eine Kippe weg.
Ich habe da schon Menschen mit proppenvollen Hamsterbacken, kauend Richtung Klo jumpen sehen.

Ich werde wechselweise eingearbeitet von einer Neuen, die auch noch nicht alles weiß und von einer langjährigen Mitarbeiterin, die aber 1. nicht gut erklären kann (Halbsätze und so...) und 2. so überlastet ist, dass ich jedes Mal, wenn ich sie zur Hilfe rufe, fürchte, sie erliegt einem Herzinfarkt.

Wenn die Umstände nicht doll sind, hofft man ja wenigstens auf ein nettes Miteinander, nicht wahr? Ein nettes kleines Kennenlernpläuschchen zwischendurch oder so. Gibbet nich'.
Als es Donnerstag hieß "Pizzatag! Donnerstags wird immer was bestellt", freute ich mich darauf, gemeinsam mit den anderen zu essen und bisschen zu quatschen.
Pustekuchen.
Das Essen kam, jeder schnappte sich seine Pizza vom Stapel, verzog sich hinter seine Trennwand und mampfte während der Arbeit.
Wow.

Nichtsdestotrotz arbeiten die meisten da schon viele Jahre und ich hoffe, dass ich dem Geheimnis WARUM UM GOTTES WILLEN??? noch auf den Grund komme.
Die Kohle kann's nicht sein, denn jeder bekommt das Gleiche und das ist, wie ich finde, recht wenig.

Ich habe glücklicherweise nächste Woche 2 Vorstellungsgespräche und würde mich sehr freuen, wenn sich etwas anderes ergeben sollte.


Furzender Fiesling.
Auf die Idee, dem Kollegen zu sagen,
dass er seinen stinkenden Kläffer zuhause lassen soll,
ist wohl noch keiner gekommen.





Meanwhile in da homebase:
KiGa-Ferien.
Babysitter 1 sagt wegen Krankheit ab.
Babysitter 2 sagt wegen Krankheit ab.
Elvis und Lucky 1 Woche alleine zuhause.
Lucky hat nicht nur den Kühlschrank aus-, sondern gleichzeitig das auf dem Boden liegende Bügeleisen eingestöpselt, nicht ohne das darin befindliche Wasser vorher hinter die Tür gekippt zu haben.
Er hat ausprobiert, wieviel Liter Saft sich in die gepolsterte Lehne des Sofas kippen lässt (die genaue Mengenangabe steht allerdings noch aus, da er bereits nach 123 ml von Elvis unterbrochen wurde).
Leider tötete er auch die Balmoral Staffordshire-Schale, das einzige Andenken an unser UrOmma, das mir etwas bedeutet hat und wofür ich IHN dann sehr gerne getötet hätte.
Außerdem hat er den Fön unter Wasser gesetzt und den halben Hausstand über die Balkonbrüstung geworfen, sehr zur "Freude" meiner griesgrämigen Vermieterin.
Aber ab Montag hat der Kiga wieder geöffnet und dann herrschen wieder Zucht und Ordnung!

Sonntag, 13. August 2017

2 Jobs in 3 Tagen

Nach 22 Monaten zäher Suche bekam ich plötzlich zwei Jobzusagen innerhalb von drei Tagen.

Die eine Zusage bekam ich von einem verschlagen aussehenden Mittvierziger, Typ schmieriger Mafiaboss, auf dessen Namen (und denen seiner Brüder, Neffen und Schwippschwägerinnen) zig Firmen verschiedenster Branchen laufen und dem somit heimlich die halbe Stadt gehört.
Mein Arbeitsplatz wäre ein 10 qm-Verschlag ohne Fenster, in der Ecke einer lauten, stinkenden, dreckigen Fabrikhalle, den ich mir mit 2 Kollegen hätte teilen müssen.
Vorteil: nur 8 km von zuhause entfernt.

Aus Gründen entschied ich mich für die Firma, die zwar 20 km entfernt ist (und wir alle wissen, wie sehr ich Autofahren hasse), aber deren Thematik mir zusagt und deren beide Geschäftsführer mir sympathisch sind, und das nicht nur, weil sie meine langjährige Berufserfahrung in verschiedenen Bereichen schätzen und genau diese Bereiche müssen bedient werden.
Ausgerechnet der kinderlose Chef hielt beim Vorstellungsgespräch ein Loblied auf Mütter und ihre Skills. Stichwort: Organisation und Durchblick.
Dieses Vorstellungsgespräch verlief übrigens dermaßen normal, seriös und geschäftsmäßig, dass es sich tatsächlich nicht lohnen würde, darüber zu bloggen.

Meine gewünschte Stundenzahl wurde ebenso akzeptiert, wie die gemütliche Anfangszeit von 9 Uhr.
Als sie hörten, dass ich jeden Tag 40 km zu fahren habe, sicherten sie mir direkt einen Fahrtkostenzuschuss zu.

Ich solle mir auch keine unnötigen Sorgen machen:
alles, was die Firma und mein Aufgabengebiet betrifft, würde mir ganz langsam und gemächlich nähergebracht, schließlich wisse man, wie schwer ein Wiedereinstieg nach 2 Jahren ohne Arbeit sein kann.

Klingt traumhaft, oder?

Hm.
Als erfahrene Paranoikerin klingt mir das alles ein bisschen zu gut.
Nicht falsch verstehen, ich freue mir den Arsch ab, echt!

But look:
Sie wissen zwar, dass sich meine Zeiten nach der Betreuung meines kleineren Sohn richten, haben aber weder nach seinem Alter noch nach meinen Familienstand gefragt.

Irritierend die Tatsache, dass sie sich noch am selben Tag, an dem ich das Angebot annahm, beim Jobcenter einen Eingliederungszuschuss beantragt haben.
Das teilte mir meine Beraterin dort mit, die so eine flotte Herangehensweise nicht kennt.

Die Probezeit dauert mindestens 8 Monate, wenn ich die überlebt habe, winkt allerdings ein unbefristeter Vertrag.
Ich hoffe nicht, dass sie mich während dieser Probezeit wieder an die Luft setzen, sobald der Zuschuss nicht mehr gezahlt wird.

Nichtsdestotrotz freue ich mich sehr und das nicht nur, weil ich heilfroh bin, dass ich hier rauskomme!
Es sind nämlich immer noch Kiga-Ferien und Babysitter-Omma hat uns grandios im Stich gelassen.
Hat bereits am 3. Tag in den Sack gehauen.
Nachdem sie sich am 1. Tag rasch vom Acker gemacht hatte, weil Lucky pennte; am 2. Tag eine halbe Stunde zu spät kam, und am 3. Tag (Mittwoch) ein schönes Wochenende wünschte und wenn ich Bedarf hätte, könne ich mich ja melden. Ja, äh, mein Bedarf beträgt 10 Tage, wie abgemacht?!
Mit so einer läppschen Arbeitseinstellung gehe ich selbstverständlich nicht in meinen neuen Job.

Jedenfalls übernimmt nun Elvis die 2. Ferienhälfte.
Also drückt mir die Daumen, dass die Jungs sich nicht versehentlich gegenseitig töten und dass ich nicht versehentlich eine Firma in den Ruin treibe.